Schwangerschaft: Häufige Komplikationen können auf erhöhtes Schlaganfallrisiko hindeuten

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Frauen, die während der Schwangerschaft Komplikationen erleiden, haben in den folgenden Jahrzehnten ein höheres Schlaganfallrisiko. Dies geht aus einer aktuellen Studie aus der Fachzeitschrift „European Heart Journal“ hervor.

Die Forscher nutzten Daten einer schwedischen nationalen Kohorte aller 2.201.393 Einlingsschwangerschaften zwischen 1973 und 2015. Rund 30 Prozent der Frauen (667.774) erlitten mindestens eine der folgenden Komplikationen: Frühgeburt (vor der 37. Schwangerschaftswoche), ein für das Gestationsalter zu kleines Neugeborenes (unter den kleinsten 10 %), Bluthochdruck während der Schwangerschaft, einschließlich Präeklampsie (gefährlich hoher Blutdruck), und Schwangerschaftsdiabetes (hoher Blutzucker).

Die Forscher erhoben außerdem Daten darüber, welche Frauen in den Folgejahren bis 2018 einen Schlaganfall erlitten, und verglichen die Schlaganfallraten von Frauen mit und ohne Schwangerschaftskomplikationen.

Das Schlaganfallrisiko war bei Frauen mit hohem Blutdruck (ohne Präeklampsie) oder hohem Blutzucker während der Schwangerschaft fast doppelt so hoch. Bei Frauen mit Frühgeburt war das Schlaganfallrisiko um etwa 40 Prozent erhöht, bei Frauen mit Präeklampsie um etwa 36 Prozent und bei Frauen, deren Neugeborenes zu klein für ihr Gestationsalter waren, um etwa 26 Prozent. Noch höher war das Risiko bei Frauen mit zwei oder mehr dieser Komplikationen. Das erhöhte Risiko war in der Regel in den ersten zehn Jahren nach der Geburt am höchsten, blieb aber auch 30 bis 46 Jahre nach der Schwangerschaft bestehen. Bei Frauen mit Schwangerschaftsdiabetes stieg das Risiko jedoch mit der Zeit noch weiter an.

Kein Zusammenhang bei Schwestern

Die Forscher verglichen auch das Schlaganfallrisiko von Schwestern in der Kohorte, die ähnliche genetische und umweltbedingte Risikofaktoren für einen Schlaganfall aufwiesen. Sie stellten jedoch fest, dass dies den Zusammenhang zwischen Komplikationen während der Schwangerschaft und dem Schlaganfallrisiko nicht vollständig erklärte.

Prof. Casey Crump von der University of Texas, USA, kommentiert: „Unseres Wissens ist diese Studie die bisher umfangreichste, die Komplikationen einer Mehrlingsschwangerschaft im Zusammenhang mit langfristigen Schlaganfallrisiken in derselben Frauenkohorte untersucht hat. Sie untersuchte außerdem erstmals, ob Familien gemeinsame Faktoren aufweisen, die sowohl zu ungünstigen Schwangerschaftsausgängen als auch zu Schlaganfällen prädisponieren. Gemeinsame familiäre Faktoren schienen unsere Ergebnisse jedoch nicht zu erklären.“

Er ergänzt: „Diese Schwangerschaftskomplikationen weisen einige gemeinsame Merkmale auf, darunter Plazentaanomalien und Entzündungen, die möglicherweise die Struktur oder Funktion kleiner Blutgefäße beeinträchtigen können. Diese Veränderungen der kleinen Blutgefäße schreiten nach der Schwangerschaft manchmal weiter fort und könnten ein Faktor für das höhere Schlaganfallrisiko der Frauen sein.“