Schwindel: Spezialisierte Tagesklinik in Hamburg eröffnet4. Februar 2019 Eröffnung der Tagesklinik Schwindel in der Asklepios Klinik St. Georg (Hamburg). Gruppiert um den Posturographen zur Gleichgewichtsanalyse sind (v. l.) Priv.-Doz. Dr. Christoph Terborg (Chefarzt Neurologie), Cornelia Prüfer-Storcks (Gesundheitssenatorin, Hamburg), Dr. Silja Strauß (Leitung Tagesklinik), Joachim Gemmel (Sprecher der Geschäftsführung der Asklepios Kliniken Hamburg), Prof. Dr. Jens E. Meyer (Chefarzt HNO). Foto: © obs/Asklepios Kliniken Anfang Februar wurde die interdisziplinäre Tagesklinik für Schwindelkranke in der Asklepios Klinik St. Georg eröffnet. HNO-Ärzte und Neurologen arbeiten hier schon bei der Diagnostik dieses häufigen, aber manchmal unterschätzten Symptoms zusammen, um bei eindeutigen Ursachen zeitnah die Behandlung einzuleiten. Bei chronischem Schwindel spielen oft unterschiedliche Faktoren eine Rolle – für diese Patienten bietet die Klinik eine interdisziplinäre, modulare Therapie an. Neben den Ärzten werden dann bei Bedarf auch Physiotherapeuten oder Psychologen tätig. „Um den hohen Standard der medizinischen Versorgung in Hamburg weiter zu verbessern, ist es wichtig, die Anlaufstellen für Patienten so zu gestalten, dass sie nicht von einem Arzt zum nächsten gehen müssen, bis ihnen geholfen wird. Gerade bei einem Symptom wie Schwindel, das häufig vorkommt, aber viele Ursachen haben kann, ist daher eine interdisziplinäre Tagesklinik eine wichtige Verbesserung für die Patienten”, sagte Cornelia Prüfer-Storcks, Senatorin für Gesundheit und Verbraucherschutz der Hansestadt Hamburg, anlässlich der Erföffnung der Tagesklinik. Ähnlich sieht es Joachim Gemmel, Sprecher der Geschäftsführung der Asklepios Kliniken Hamburg: „Nach Kopfschmerzen ist Schwindel das zweithäufigste Leitsymptom, mit dem Patienten in Hausarztpraxen kommen. Der Bedarf ist also groß und das Konzept ganz neu für Hamburg.” Asklepios Geschäftsführer Gemmel ist der interdisziplinäre Ansatz auch in der Behandlung wichtig. „Durch die immer weiter verzweigte Spezialisierung ist die Zusammenarbeit unterschiedlicher ärztlicher Fachrichtungen immer wichtiger geworden – und unsere Erfahrungen mit solchen Zentren sind ausgesprochen gut”, so Gemmel weiter. Wie diese Zusammenarbeit konkret abläuft, erläutern die ärztlichen Leiter. „Entscheidend beim Schwindel ist eine zielführende Diagnostik durch Untersuchungen, mit denen wir feststellen können, ob die Ursache im Gleichgewichtsorgan im Innenohr liegt, ob es sich um eine Störung im zentralen Nervensystem handelt oder andere Faktoren wie die Halswirbelsäule oder internistische Erkrankungen die entscheidende Rolle spielen”, sagt Prof. Dr. Jens Eduard Meyer, Chefarzt der Klinik für HNO-Heilkunde, Kopf- und Halschirurgie und Plastische Operationen der Asklepios Klinik St. Georg. In der neuen Tagesklinik für Schwindel lassen sich diese möglichen Ursachen alle abklären. Neben der HNO ist die Klinik für Neurologie maßgeblich in der neuen Einrichtung. Chefarzt Privatdozent Dr. Christoph Terborg erläutert die Therapie: „In vielen Fällen lässt sich die Ursache des Schwindels identifizieren und gezielt behandeln. Aber chronischen Schwindel und die damit oft verbundene Neigung zu Stürzen müssen wir mehrgleisig therapieren, denn die Beschwerden verselbständigen sich oft und werden durch Ängste weiter verstärkt. Das ist ein ähnlicher Prozess wie bei chronischen Schmerzen.” Daher bietet das Team in der Asklepios Klinik St. Georg, zu dem auch Physiotherapeuten und Psychologen gehören, eine „multimodale” Behandlung an. „Das sind verschiedene Bausteine einer Therapie, die wir je nach individuellem Bedarf kombinieren können”, erläutert Dr. Silja Strauß, die HNO-Ärztin ist und die Tagesklinik leitet. Ganz neu ist die multimodale Behandlung nicht, denn dieser Ansatz wird in der Tagesklinik für interdisziplinäre Schmerztherapie des Rückenzentrums der Asklepios Klinik St. Georg mit Erfolg angewandt. Auch warnt Dr. Strauß davor, Schwindel zu bagatellisieren. „Gerade ältere Menschen können dabei stark leiden – und geraten durch die Gangunsicherheit zusätzlich in Gefahr zu stürzen und sich zu verletzen”, so Strauß.
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