Sensitiver Indikator für die Dauer und Wirksamkeit schmerzlindernder Behandlung

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Laut einer kanadischen Studie erwies sich das Integral of Pain Relief (IPR) als valider und sensitiver Indikator zur Beurteilung der Wirksamkeit und Dauer von schmerzlindernden Behandlungen bei chronischen Schmerzen.

Derzeit werden verschiedene Skalen verwendet, um chronische Schmerzen und deren Veränderungen im Verlauf der Behandlung als patientenberichtete Ergebnisse (Patient Reported Outcomes, PRO) zu messen. Diese basieren jedoch ausschließlich auf der Schmerzinten­sität und lassen die Dauer einer Schmerzlinderung außer Acht, die für den Vergleich der Wirksamkeit verschiedener Behandlungen von entscheidender Bedeutung ist.

Das Integral of Pain Relief (IPR) beschreibt einen Messwert in der Schmerzforschung, der die prozentuale Stärke der Schmerzlinderung und deren Dauer kombiniert, um die Gesamteffektivität einer Behandlung zu bewerten.

Methodik

Zur Validierung des IPR wurden Patienten rekrutiert, die sich intraartikulären Corticosteroid-Injektionen bei Kniearthrose unterzogen. Die Schmerzintensität wurde zu Beginn der Studie unter Verwendung von zwei verschiedenen Schmerzskalen sowie bei Nachuntersuchungen zwei, vier, sechs, acht und zwölf Wochen nach der Injektion bewertet. Zusätzlich wurden auch das IPR sowie der PGIC(­Patient Global Impression of Change)-Wert erfasst. Die Über­einstimmung zwischen den verschiedenen Skalen und den PGIC-Werten wurde anschließend mittels Datenstratifizierung sowie weiterführenden Receiver-Operating-Characteristic-Kurven­- und Spearman-­Korrelationsanalysen untersucht.

Ergebnisse

Insgesamt wurden 66 Patienten in die Analyse einbezogen (20 Männer und 46 Frauen, Durchschnittsalter 68,5±9,2 Jahre). Alle Mess­größen korrelierten stark miteinander. Das IPR konnte die Responder in den Wochen acht und zwölf gemäß den PGIC-Werten effektiv identifizieren, wobei im Gegensatz zum PGIC ein einziger Wert ver­wendet werden kann, der sich auch für statistische Analysen eignet.

Zudem zeigte das IPR ­signifikante geschlechtsspezifische Unterschiede, wobei die Schmerzlinderung bei Frauen wirksamer war und auch deutlich länger anhielt als bei Männern (p=0,042).

(BIERMANN/bi)