Sepsis: Eine unterschätzte Gefahr im Rettungsdienst7. November 2024 Symbolfoto: ©motortion/stock.adobe.com Eine Sepsis wird vom Rettungsdienst häufig übersehen, wie eine aktuelle Studie zeigt. Die Sepsis-Stiftung fordert Konsequenzen. Die Sepsis-Stiftung begrüßt die Veröffentlichung einer neuen deutschen Kohortenstudie, die die Inzidenz und Mortalität von Sepsis im Rettungsdienst untersucht hat und die kürzlich im Fachmagazin „Medizinische Klinik – Intensivmedizin und Notfallmedizin“ erschien. Die Studie, die von der Deutschen Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin (DGIIN) mit einem Forschungspreis ausgezeichnet wurde, zeige deutlich, dass Sepsis eine erheblich unterschätzte Gefahr im Rettungsdienst darstelle, hebt die Stiftung in Mitteilung hervor. Anhand der Verknüpfung von Krankenhaus- und Rettungsdienstdaten verdeutlicht die Studie, dass die Inzidenz von Sepsis im Rettungsdienst mit 1,6 Prozent ähnlich hoch ist wie die von Schlaganfall und Myokardinfarkt. Die 30-Tage-Sterblichkeit nach einem Rettungsdiensteinsatz ist jedoch bei einer Sepsis mit 31,7 Prozent rund dreimal höher als bei Schlaganfall oder Myokardinfarkt. Erschreckend sei ferner, so die Sepsis-Stiftung, dass nur in ca. einem von 20 Fällen eine im Krankenhaus diagnostizierte Sepsis bereits im Rettungsdienst erkannt oder vermutet wurde. „Diese alarmierenden Zahlen zeigen, dass Sepsis eine dringende Herausforderung im Rettungsdienst darstellt“, erklärt die Stiftung. Außerdem habe die Studie aufgezeigt, dass die Dokumentation von wichtigen Vitalparametern im Rettungsdienst unzureichend ist. „Die fehlende Dokumentation dieser Vitaldaten erschwert die frühzeitige Diagnose von Sepsis und verzögert so den Beginn einer lebensrettenden Therapie“, heißt es in der Mitteilung. Die Sepsis-Stiftung fordert daher folgende Maßnahmen: • Eine stärkere Sensibilisierung für das Krankheitsbild der Sepsis im Rettungsdienst.• Eine Verbesserung der Dokumentation von Vitalparametern im Rettungsdienst. Ein verlässlicher Datensatz, der Parameter enthalte, die für die Erkennung von Sepsis nötig sind, sei unerlässlich für eine schnelle Diagnose und Therapie.• Intensivierte Schulungsprogramme sollen Rettungsdienstpersonal qualifizieren, die Symptome einer Sepsis frühzeitig zu erkennen und in die Diagnostik einzubeziehen. „Bei der Senkung der in Deutschland erhöhten Sepsis-Sterblichkeit zählt jede Stunde in der Versorgungskette. Dies erfordert, dass Laien, Rettungsfachpersonal und Krankenhauspersonal die Frühsymptome einer Sepsis kennen und wissen, dass Sepsis als Notfall behandelt werden muss“, betont Prof. Andreas Weyland, Wissenschaftlicher Koordinator der Sepsis-Stiftung. Zur Früherkennung verweist die Stiftung auf ihre Sepsis-Checkliste.
Mehr erfahren zu: "Zi-Trendreport: Weiter hohe Nachfrage nach Psychotherapie" Zi-Trendreport: Weiter hohe Nachfrage nach Psychotherapie Bei insgesamt weitgehend konstant gebliebener Inanspruchnahme der ambulanten Versorgung hat die Zahl der Behandlungsfälle in Psychotherapie und Psychiatrie im Jahr 2025 deutlich zugenommen. Weniger Fälle haben hingegen Kinder- und Jugendärzte behandelt. Das geht […]
Mehr erfahren zu: "Experimentelle Studie zu Rebound-Schmerzen: Keine Hinweise auf Hypersensitivität nach Nervenblockade" Experimentelle Studie zu Rebound-Schmerzen: Keine Hinweise auf Hypersensitivität nach Nervenblockade Rebound-Schmerzen sind ein bekanntes Phänomen nach einem chirurgischen Eingriff unter einer peripheren Nervenblockade. Die Ergebnisse einer aktuellen Studie sprechen gegen die Vermutung, dass der Rebound-Schmerz auf eine Hypersensitivität durch die […]
Mehr erfahren zu: "Veränderte saisonale Häufungen: Atemwegsinfektionen und kardiovaskuläre Mortalität unter Einfluss der COVID-19-Pandemie" Veränderte saisonale Häufungen: Atemwegsinfektionen und kardiovaskuläre Mortalität unter Einfluss der COVID-19-Pandemie Nach Beginn der COVID-19-Pandemie waren Verschiebungen im zeitlichen Verlauf saisonaler Anstiege von Atemwegsinfektionen sowie von herzbedingten Todesfällen zu beobachten. Die Gründe dafür haben Forschende vom Max-Planck-Institut für Evolutionsbiologie in Plön […]