Sexuell übertragbare Infektionen im Kontext maligner hämatologischer Erkrankungen

Syphilis-Bakterium Treponema pallidum, Bild: ©Corona Borealis – stock.adobe.com

Sexuell übertragbare Infektionen (STIs) stellen für immungeschwächte Patienten, die unter einer malignen hämatologischen Erkrankung leiden, eine schwierige gesundheitliche Herausforderung dar.

Wie Wissenschaftler um Dr. Tamim Alsuliman vom Saint-Antoine Hospital in Paris, Frankreich, ausführen, kommt noch ein weiterer Punkt hinzu: Viele Chemotherapien – allein oder in Verbindung mit einer hämatopoetischen Stammzelltransplantation – lassen die natürlichen Barrieren des Körpers extrem fragil werden. Damit können sich STIs negativ auf die Morbidität und Mortalität auswirken.

In der Zeitschrift „The Lancet. Haematology“ bespricht das Team Chlamydia trachomatis, Neisseria gonorrhoeae, Syphilis, das humane Immundefizienzvirus, das Herpes-simplex-Virus, das humane Papillomvirus und das Hepatitis-B-Virus. Anlass dafür war die Feststellung, dass diese Erreger bei der Behandlung maligner hämatologischer Erkrankungen mit erhöhten Risiken verbunden sind, entweder in Bezug auf die Häufigkeit oder den Schweregrad. Ferner beschäftigen sich die Autoren mit Schutzmaßnahmen und Impfstoffen.

Aus ihrer Sicht sind große, gut durchgeführte Studien erforderlich, mit dem Ziel, die Auswirkungen von STIs in dieser Population systematisch zu analysieren, insbesondere angesichts der Schwierigkeiten, die eine antimikrobielle Resistenz bei der Patientenbehandlung mit sich bringen kann. (sf)

Autoren: Alsuliman T et al.
Korrespondenz: [email protected]
Studie: Sexually transmitted infections in the context of haematological malignancies
Quelle: Lancet Haematol 2024;11(10):e792–e802.
Web: doi.org/10.1016/S2352-3026(24)00210-2