Sexuelle Dysfunktion bei Frauen mit Morbus Crohn7. Juni 2021 © leszekglasner – stock.adobe.com (Symbolbild) Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (CED) treten am häufigsten in jungen Jahren auf. Junge Patientinnen und Patienten müssen oft mit Symptomen wie Durchfall, Bauchschmerzen, perianalen Fisteln sowie den Auswirkungen der medizinischen und chirurgischen Behandlung zurechtkommen, die die sexuellen Funktionen beeinträchtigen können. Frühere Studien weisen auf ein erhöhtes Risiko für sexuelle Dysfunktion bei Frauen mit CED hin, aber keine dieser Arbeiten hat die sexuelle Funktion in einer großen Kohorte untersucht. Ein dänisch-amerikanisches Forschungsteam nutzte nun Daten der Danish National Birth Cohort, einer Studie mit 92.274 schwangeren Frauen, die zwischen 1996 und 2002 rekrutiert wurden, um das Risiko einer sexuellen Dysfunktion bei Frauen mit einer CED zu analysieren. Daten über die selbstberichtete sexuelle Gesundheit der Teilnehmerinnen sowie Informationen zur Demografie und zu CED-Merkmalen wurden ausgewertet. Zudem wurden die sexuellen Funktionen bei Frauen mit und ohne CED verglichen. Die Studienpopulation bestand aus 38.011 Frauen, darunter 196 (0,5%) mit M. Crohn und 409 (1,1%) mit C. ulcerosa. Das mediane Alter betrug 44 Jahre. Im Vergleich zu Frauen ohne CED hatten Frauen mit C. ulcerosa keine signifikant eingeschränkten sexuellen Funktionen, während Frauen mit M. Crohn stärker betroffen waren. Sie hatten mehr Schwierigkeiten, einen Orgasmus zu erreichen (angepasste OR [aOR] 1,53; 95%-KI 1,02–2,30) und litten häufiger unter erhöhter Dyspareunie (aOR 1,71; 95%-KI 1,11–2,63] oder tiefer Dyspareunie (aOR 2,00; 95%-KI 1,24–3,22). Das Risiko für Schwierigkeiten, einen Orgasmus zu erreichen bzw. für eine tiefe Dyspareunie stieg innerhalb von 2 Jahren nach einem CED-bedingten Krankheitsvorfall noch weiter an (aOR 1,81; 95%-KI 1,11–2,95 bzw. aOR 2,37; 95%-KI 1,34–4,19). Fazit Die Autoren resümieren, dass vor allem Frauen mit M. Crohn signifikant häufiger Schwierigkeiten haben, einen Orgasmus zu erreichen und deutlich häufiger unter Dyspareunie leiden. Die sexuelle Dysfunktion in dieser Patientengruppe sollte daher besonders beachtet, untersucht und betreut werden. (je) Autoren: Nohr EA et al. Korrespondenz: Sonia Friedman; [email protected] Studie: Sexual Health in Women with Inflammatory Bowel Disease in the Danish National Birth Cohort Quelle: J Crohns Colitis 2020;14(8):1082–1089. Web: https://doi.org/10.1093/ecco-jcc/jjaa038
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