Sexuelle Dysfunktion bei Prostatakrebs: Die Partnerin leidet mit2. Mai 2023 Einschränkungen der Sexualität infolge einer Prostatakrebserkrankung belasten beide Partner. Foto: NDABCREATIVITY – stock.adobe.com Partnerinnen von Prostatakrebspatienten erleben die krankheitsbedingte sexuelle Dysfunktion als gemeinsame Erkrankung des Paares. Dies ergibt eine Studie, die beim Jahreskongress der American Urological Association (AUA) in Chicago (USA) präsentiert wurde. Natasha Gupta (NYU Langone Health, New York, USA) referierte die Ergebnisse am 29.04.2023 im Rahmen einer Sitzung zu sexuellen Dysfunktionen. Demnach beklagen die Partnerinnen von Männern, die wegen Prostatakrebs behandelt wurden, den Verlust sexueller Gemeinsamkeit und wünschen sich von den behandelnden Ärzten mehr Beratung und Information zur sexuellen Gesundheit. Die Studienautoren um Gupta führten semi-strukturierte Telefoninterviews zu sexuellen Gesundheitsproblemen und unerfüllten Bedürfnissen bei Partnerinnen von Prostatakrebspatienten durch. Sie gewannen die Teilnehmerinnen für die Studie zwischen September 2021 bis März 2022 von mehreren Klinikstandorten aus sowie mithilfe der Selbsthilfegruppe „USToo Forum for Her“. Die Interviews wurden aufgezeichnet, wörtlich transkribiert und mithilfe thematischer Analysen aufgearbeitet. Unter den 12 Studienteilnehmerinnen betrug das Durchschnittsalter 65 Jahre (Bereich: 53–81), 9 waren weiß, die mediane Zeit seit der Prostatakrebsdiagnose ihres Partners betrug 2,25 Jahre (Bereich: 11 Monate bis 20 Jahre). Insgesamt gaben 8 Frauen an, dass sich ihr Partner einer radikalen Prostatektomie unterzogen hatte, 7 Partner hatten eine Strahlentherapie und 7 eine Hormontherapie erhalten. Als Ergebnis der Befragungen ergaben sich als wichtige neue Themen: alters- und prostatakrebsbedingte Einschränkungen der sexuellen Lebensqualität der Frauen Zusammenhang von sexueller Dysfunktion und Genesung Umgang des Partners mit der prostatakrebsbedingten sexuellen Dysfunktion Schwierigkeiten in der Kommunikation über sexuelle Dysfunktion innerhalb eines Paares Mangel an Beratung und Unterstützung im Bereich der sexuellen Gesundheit Nutzen der Interaktion mit anderen Betroffenen und der Informationssuche bei der Bewältigung unerfüllter Bedürfnisse in Bezug auf die sexuelle Gesundheit. Die Autoren raten abschließend dazu, die Auswirkungen von Prostatakrebs auf die sexuelle Gesundheit der Partner weiter zu untersuchen und unerfüllte Bedürfnisse anzusprechen. (ms)
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