Sexuelle Funktionsstörungen: Bei Frauen ab 65 Jahren ähnlich häufig wie bei Frauen mittleren Alters

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Eine aktuelle Studie aus der Fachzeitschrift „Menopause“ zeigt, dass Frauen ab 65 Jahren ähnlich häufig unter sexuellen Problemen leiden wie Frauen mittleren Alters, obwohl sie seltener über sexuelle Probleme berichten.

Obwohl die sexuelle Aktivität mit dem Alter abnimmt, bleibt die sexuelle Gesundheit ein Leben lang relevant und endet nicht mit dem Ende der reproduktiven Jahre, betonen die Forscher der neuen Studie. Probleme mit der sexuellen Gesundheit sind weit verbreitet und betreffen weltweit 22 bis 43 Prozent der Frauen. Weibliche sexuelle Dysfunktion (FSD) wird als klinisch signifikante Störung der sexuellen Reaktion oder des Vergnügens definiert, die mindestens sechs Monate anhält und persönliches Leid verursacht.

Trotz der wachsenden Zahl älterer Frauen liegen nach wie vor nur wenige Daten zur sexuellen Gesundheit und FSD bei Frauen ab 65 Jahren vor. Die meisten Forschungsarbeiten konzentrieren sich auf die Bevölkerung mittleren Alters oder kombinieren Daten von Männern und Frauen, erklären die Autoren weiter.

Ältere berichten weniger

Diese Studie umfasste rund 3500 sexuell aktiven Frauen ab 65 Jahren und untersuchte sexuelle Gesundheitsprobleme, sexuelle Funktionen und damit verbundene Beschwerden. Die Daten verglichen die Forscher mit denen von Frauen im Alter von 50 bis 64 Jahren.

In der Studie gaben zudem mehr als 75 Prozent der Frauen mittleren Alters an, Sex sei ihnen wichtig. Bisherige Studien haben gezeigt, dass 37 Prozent der Frauen über 65 Jahre und 10 Prozent der Frauen über 85 Jahre sexuell aktiv bleiben. Die Studie ergab unter anderem, dass ältere Frauen seltener über sexuellen Lustverlust und verminderte Empfindungen im Genitalbereich berichteten. Obwohl ältere Frauen ähnlich häufig an FSD litten wie Frauen mittleren Alters, berichteten sie weniger über sexuelle Beschwerden.

Die Ergebnisse der aktuellen Studie deuten nach Ansicht der Forscher darauf hin, dass ältere Frauen sich bei der Diskussion sexueller Probleme unwohl fühlen oder sich wirksamer Behandlungsmöglichkeiten nicht bewusst sind.

„Diese Studie hat gezeigt, dass ältere Frauen zwar ähnlich häufig über sexuelle Funktionsstörungen berichten wie Frauen mittleren Alters, aber weniger unter ihren sexuellen Problemen leiden. Es ist wichtig, sich in jedem Alter mit sexuellen Gesundheitsproblemen zu befassen, und diese Studie unterstreicht die Notwendigkeit, sexuelle Gesundheitsprobleme während des gesamten Lebens einer Frau zu untersuchen und zu behandeln“, erklärt Dr. Stephanie Faubion, medizinische Direktorin der Menopause Society, USA, und eine der Autorinnen der Studie.

(ri/BIERMANN)