Sexuelle Gesundheit von Frauen im Karneval schützen9. Februar 2026 Frauenärztinnen und -ärzte sind gerade zur Karnevalszeit die erste Anlaufstelle für Frauen bezüglich Notfallverhütung, sexuell übertragbaren Krankheiten und sexualisierter Gewalt. (Bild: © Kzenon/stock.adobe.com) Mit Beginn des Karnevals an Weiberfastnacht (12. Februar 2026) rechnet der Berufsverband der Frauenärztinnen und Frauenärzte (BVF) mit einem Anstieg an Beratungsanlässen von Frauen zu Notfallverhütung, sexuell übertragbaren Krankheiten und sexualisierter Gewalt. Der am Donnerstag beginnende Karneval erhöht das Risiko für ungeschützten Geschlechtsverkehr, Pannen bei Verhütung und sexualisierte Gewalt vor allem für Frauen. Als Ärztinnen und Ärzte können Sie Patientinnen frühzeitig auf Schutzmaßnahmen, mögliche Risiken und Handlungsschritte hinweisen. Dafür stellt der BVF konkrete Handlungsratschläge zur Verfügung: Kondom gerissen/abgerutscht: Zeitpunkt dokumentieren – wichtig für Notfallverhütung und STI-Abklärung. Ärztliche Beratung zu Notfallverhütung einholen; mögliche STI-Testung besprechen. Notfallverhütung („Pille danach“): So früh wie möglich einnehmen: Levonorgestrel bis 72 h, Ulipristalacetat bis 120 h nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr. Alternative: Kupferspirale („Spirale danach“) bis 5 Tage nach dem Sex – gleichzeitig längerfristige Verhütungsoption. Angst vor STI ohne Symptome: Nicht auf Beschwerden warten; viele Infektionen verlaufen zunächst symptomlos. Beratung zu Risiken, Testzeitpunkten und ggf. Therapieoptionen. Erbrechen nach Einnahme oraler Kontrazeptiva oder Notfallverhütung: Ärztliche Rücksprache dringend empfohlen, ggf. erneute Einnahme. Unsicherheit oder Erinnerungslücken nach Alkoholkonsum / Verdacht auf sexualisierte Gewalt: Vertrauensvolle Beratung anonym möglich, z. B. Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ (116 016). Zustimmung zu sexuellen Handlungen muss klar und freiwillig erfolgen. Bei akuter Gefahr: Polizei/Notruf informieren, medizinische Versorgung nutzen. Frauenärztinnen und Frauenärzte können durch gezielte Beratung zu Verhütung, STI und Notfallsituationen die Patientinnen unterstützen und Risiken minimieren. Frühzeitige Intervention, klare Informationen und zugängliche Anlaufstellen spielen dabei eine zentrale Rolle.
Mehr erfahren zu: "Ärztetag fordert mehr Schutz von Patientendaten" Ärztetag fordert mehr Schutz von Patientendaten Der 130. Deutsche Ärztetag lehnt das Vorhaben der Bundesregierung ab, Krankenkassen die Aufgaben zu übertragen, Daten ihrer Versicherten individuell auszuwerten. Dies betrifft auch die elektronische Patientenakte.
Mehr erfahren zu: "Verringerte Wahrscheinlichkeit für eine natürliche Schwangerschaft durch Verlust eines X-Chromosoms" Verringerte Wahrscheinlichkeit für eine natürliche Schwangerschaft durch Verlust eines X-Chromosoms Eine japanische Studie beschreibt einen neuen Zusammenhang zwischen dem Verlust eines X-Chromosoms bei zunehmendem Alter und einer Verringerung der Wahrscheinlichkeit für eine natürliche Schwangerschaft.
Mehr erfahren zu: "Bei Babys von Müttern mit Endometriose ist das Risiko für angeborene Anomalien höher" Bei Babys von Müttern mit Endometriose ist das Risiko für angeborene Anomalien höher Laut einer neuen Studie im „Canadian Medical Association Journal“ besteht für Babys von Frauen mit Endometriose ein geringes, aber signifikant erhöhtes Risiko für angeborene Anomalien.