Sichelzellanämie in der Schwangerschaft: Biomarker kann Vorhersage des Präeklampsie-Risikos verbessern

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Bei Schwangeren mit Sichelzellanämie lässt sich das Risiko einer frühen Präeklampsie durch die Messung eines Proteins bestimmen, das mit der Funktion und Entwicklung der Plazenta assoziiert ist. Das ist das Fazit einer aktuellen US-Studie.

Bei Patientinnen mit Sichelzellenanämie besteht ein hohes Risiko, eine Präeklampsie zu entwickeln. Die Herausforderung liege jedoch darin, dass diese Patientinnen auch dann Plazentawachstumsfaktoren (PlGF) produzieren, wenn sie nicht schwanger sind, betont die Studienleiterin Prof. Kinga Malinowski vom Mount Sinai Hospital und von der Universität von Toronto (beide in Kanada). Dies habe die Frage aufgeworfen, ob niedrige Plazentawachstumsfaktorwerte verwendet werden können, um Präeklampsie bei dieser Patientengruppe vorherzusagen.

Die neue, in der Fachzeitschrift „Blood Advances“ veröffentlichte Studie zeige nun, dass dies möglich ist – und zwar mit demselben Schwellenwert, den wir bei Patienten ohne Sichelzellenanämie verwenden, so Malinowski.

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Niedrige PlGF-Werte aussagekräftig

In ihrer Studie werteten die Forscher retrospektiv Daten von 83 schwangeren Frauen mit Sichelzellanämie im Vergleich zu 149 schwarzen Frauen ohne Sichelzellanämie aus, allesamt Patientinnen des Mount Sinai Hospital. Bei allen Schwangerschaften wurde zwischen der 20. und 36. Schwangerschaftswoche mindestens eine PlGF-Messung durchgeführt.

Die Wissenschaftler beobachteten, dass die mittleren PlGF-Werte bei Personen mit Sichelzellanämie und früh einsetzender Präeklampsie in der 20. bis 24. Woche (78 pg/ml) deutlich niedriger waren als bei Schwangerschaften mit spät einsetzender Präeklampsie (158 pg/ml) oder ohne Präeklampsie (435 pg/ml). Dieser Trend spiegelte den der Kontrollgruppe wider, mit mittleren PlGF-Werten von 55 pg/ml, 448 pg/ml und 322 pg/ml für früh einsetzende Präeklampsie, spät einsetzende Präeklampsie bzw. keine Präeklampsie, heißt es weiter.

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Niedrige PlGF-Werte waren bei der Vorhersage des Beginns einer Präeklampsie bei schwangeren Frauen mit Sichelzellanämie wirksam. Insbesondere die Vorhersage einer frühen Präeklampsie erreichte eine Sensitivität und Spezifität von 100 Prozent bei einem PlGF-Schwellenwert von 87 pg/ml in der 20. bis 24. Woche, während ein Cut-off von 832 pg/ml in der 20. bis 24. Woche eine Sensitivität und Spezifität von 100 Prozent für die Vorhersage einer späten Präeklampsie erreichte.

Hohes Risiko unzureichender Durchblutung

Darüber hinaus stellten die Forscher fest, dass schwangere Frauen mit Sichelzellanämie einem besonders hohen Risiko einer mütterlichen Gefäßmalperfusion oder unzureichenden Durchblutung ausgesetzt sind. Dieses Risiko war bei Präeklampsie noch höher und war in allen Stadien der Schwangerschaft durchgängig mit niedrigeren PlGF-Werten verbunden.

„Patientinnen mit Sichelzellanämie haben ein höheres Risiko für Plazentakomplikationen. Daher ist die Fähigkeit, dieses Risiko vorherzusagen, wichtig für ein besseres Schwangerschaftsmanagement“, kommentiert Malinowski. Mit der entsprechenden Betreuung ist es für Patientinnen mit Sichelzellanämie durchaus möglich, eine gesunde und sichere Schwangerschaft für Mutter und Kind zu erleben, fügt sie hinzu.

Einschränkungen der Studie

Die Studie weist laut den Autoren einige Einschränkungen auf, darunter die Tatsache, dass es sich um eine Einzelzentrumsstudie handelte. Darüber hinaus können neben der Plazentagesundheit auch andere Faktoren zu ungünstigen Schwangerschaftsausgängen bei Frauen mit Sichelzellanämie beitragen, heißt es weiter.

(ri/BIERMANN)