Sigmoidoskopie-Screening: Bei Männern etwas effektiver als bei Frauen21. Juni 2023 © Jeanette Dietl – stock.adobe.com (Symbolbild) Die Effektivität eines Screenings zur Früherkennung von Darmkrebs in Abhängigkeit von Geschlecht und Alter ist derzeit noch ungeklärt. Eine internationale Studie diente nun dazu, die 15-Jahres-Effekte des Sigmoidoskopie-Screenings auf die Inzidenz und Mortalität eines Kolorektalen Karzinoms (KRK) zu bewerten. Dazu führten Wissenschaftler in Norwegen, den USA, Großbritannien und Italien eine gepoolte Analyse von 4 groß angelegten randomisierten Studien zum SigmoidoskopieScreening durch. An den Studien nahmen Frauen und Männer im Alter von 55–64 Jahren teil. Primäre Endpunkte waren das nach einem Follow-up von 15 Jahren bestimmte kumulative Inzidenzratenverhältnis (IRR), das Mortalitätsratenverhältnis (MRR) sowie die spezifische Ratendifferenz zwischen dem Screening vs. übliche Versorgung. Eine Stratifizierung erfolgte zusätzlich nach Geschlecht, Krebsart und Alter. Die Analysen umfassten insgesamt 274.952 Personen (50,7% Frauen), 137.493 in der Screening-Gruppe und 137.459 in der Gruppe mit üblicher Versorgung. Die Teilnahme am Screening lag bei 58–84%. Nach 15 Jahren betrug der Ratenunterschied für die KRK-Inzidenz 0,51 Fälle (95%-KI 0,40–063) pro 100 Personen und die IRR 0,79 (95%-KI 0,75–0,83). Zudem betrug der Ratenunterschied bei der Darmkrebsmortalität 0,13 Todesfälle (95%-KI 0,07–0,19) pro 100 Personen und die MRR lag bei 0,80 (95%-KI 0,72–0,88). Hinsichtlich der KRK-Inzidenz ergab sich für Frauen ein geringerer Nutzen aus dem Screening als für Männer (IRR für Frauen 0,84; 95%-KI 0,77–0,91; IRR für Männer 0,75; 95%-KI 0,70–0,81; p=0,032 für den Unterschied). Der Trend war bei der Mortalität zu beobachten (MRR für Frauen 0,9; 95%-KI 0,77–1,17; MRR für Männer 0,73; 95%-KI 0,64–0,83; p=0,025 für den Unterschied). Kein signifikanter Unterschied konnte im Screening-Effekt bei Personen im Alter von 55–59 Jahren vs. 60–64 Jahren nachgewiesen werden. Fazit Die gepoolte Analyse von 4 großen Studien gibt Einblicke in die Effektivität des Sigmoidoskopie-Screenings. Es liegt eine signifikante und anhaltende Wirkung der Sigmoidoskopie auf die KRK-Inzidenz und Mortalität über einen Zeitraum von 15 Jahren vor. (je) Autoren: Juul FE et al. Korrespondenz: Frederik E. Juul; [email protected] Studie: 15-Year Benefits of Sigmoidoscopy Screening on Colorectal Cancer Incidence and Mortality : A Pooled Analysis of Randomized Trials Quelle: Ann Intern Med 2022;175(11):1525–1533. Web: https://doi.org/10.7326/M22-0835
Mehr erfahren zu: "Mehrheit der Medizinstudierenden in Sachsen offen für Niederlassung" Mehrheit der Medizinstudierenden in Sachsen offen für Niederlassung Viele Medizinstudierende in Sachsen können sich eine eigene Praxis vorstellen – auch auf dem Land. Welche für sie dabei besonders wichtige Bedienungen für eine Niederlassung sind, zeigt eine Umfrage.
Mehr erfahren zu: "DGE warnt vor Nahrungsergänzungsmitteln bei Schilddrüsenunterfunktion" DGE warnt vor Nahrungsergänzungsmitteln bei Schilddrüsenunterfunktion Nahrungsergänzungsmittel haben bei einer Schilddrüsenunterfunktion keinen wissenschaftlich nachgewiesenen Zusatznutzen zur Therapie mit L-Thyroxin. Die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie warnt vor solchen Versprechen und Angeboten im Internet.
Mehr erfahren zu: "Forschungsprojekt KABINE: Mobile Telemedizin für Krisensituationen" Forschungsprojekt KABINE: Mobile Telemedizin für Krisensituationen Klingt kurios, aber soll im Krisenfall helfen: Auf Basis einer umgebauten Toilettenkabine ist an der Uniklinik RWTH Aachen eine mobile, telemedizinische Versorgungseinheit entstanden, die in Katastrophengebieten zum Einsatz kommen soll.