Sinus-Jugendstudie: Cyber-Mobbing nimmt immer weiter zu

Mehr als 60 Prozent der Kinder und Jugendlichen sind in ihrem Umfeld bereits mit Cyber-Mobbing in Kontakt gekommen, 16 Prozent waren selbst betroffen. (Foto: © David Pereiras – stock.adobe.com)

Junge Menschen in Deutschland sind immer stärker von Cyber-Mobbing betroffen. Das geht aus der aktuellen Sinus-Jugendstudie im Auftrag der Barmer hervor, für die von September bis Anfang Oktober 2023 bundesweit rund 2000 Jugendliche zwischen 14 und 17 Jahren befragt wurden.

Danach hat mehr als jeder zweite Jugendliche im vergangenen Jahr im direkten Umfeld mitbekommen, dass jemand persönlich Ziel von Cyber-Mobbing war. Im Jahr 2021 lag dieser Wert noch bei 43 Prozent.

Mehr als 16 Prozent der Heranwachsenden waren der Untersuchung zufolge selbst Opfer von Cyber-Mobbing und damit zwei Prozent mehr als im Jahr 2021. „Cyber-Mobbing ist kein Kavaliersdelikt, sondern kann für die Betroffenen zur Tortur werden. Es ist eine alarmierende Entwicklung, dass diese Form des Mobbings bei Jugendlichen immer weiter zunimmt. Je schneller die Opfer eine vertrauenswürdige Hilfe bei Eltern, Freunden, Schulen, Polizei oder Beratungsstellen bekommen, desto besser“, erklärte Prof. Christoph Straub, Vorstandsvorsitzender der BARMER. Eigenen Angaben zufolge hätten zuletzt 15 Prozent der befragten Betroffenen keinerlei Hilfe bei Cyber-Mobbing-Attacken erhalten. Dieser Wert sei zwar niedriger als in den Vorjahren, aber immer noch zu hoch.

Ergebnisse der repräsentativen Barmer-Umfrage zum Thema Cyber-Mobbing. (Quelle: Sinus/Barmer)

Peinliche Bilder und Videos bei jedem dritten Mobbing-Opfer

Wie aus der aktuellen Sinus-Jugendstudie weiter hervorgeht, haben 52 Prozent der betroffenen Heranwachsenden Cyber-Mobbing über WhatsApp erfahren. Dahinter folgen Tik Tok und Instagram mit 34 beziehungsweise 33 Prozent. 74 Prozent der Betroffenen waren dabei Mobbing in Form von Beleidigungen ausgesetzt, gefolgt vom Verbreiten von Gerüchten und dem Ausschluss aus Gruppen. 32 Prozent beklagten das Posten von peinlichen Bildern und Videos.

„Jede Form von Cyber-Mobbing kann die Betroffenen massiv belasten. Deshalb ist eine niedrigschwellige Hilfe auch so wichtig. Die Opfer dürfen nicht allein gelassen werden“, mahnte Straub. Dass nur 28 Prozent der Mädchen und Jungen keinerlei Erfahrungen mit Cyber-Mobbing gemacht hätten, sei ein erschreckend niedriger Wert, so der Barmer-Chef.