Sodbrennen: Überwachung der Impedanz-pH-Werte hat hohen klinischen Wert20. September 2022 © gpointstudio – stock.adobe.com (Symbolbild) Der Lyon-Konsens hat einen hierarchischen Ansatz für die Diagnose der gastroösophagealen Refluxkrankheit (GERD) mittels Impedanz-pH-Monitoring vorgeschlagen, der vorwiegend auf der Säureexpositionszeit (AET) und unterstützenden Impedanz-Metriken basiert. Eine italienische Forschergruppe ermittelte nun den klinischen Wert der Lyon-Konsensus-Kriterien bei der Untersuchung und Diagnostik von Patienten mit Protonenpumpeninhibitor(PPI)-refraktärem Sodbrennen. Dazu wurden die Ergebnisse einer Impedanz-pH-Überwachung bei Patienten mit nicht bewiesener GERD und PPI-refraktärem Sodbrennen von Experten überprüft. Die Impedanz-Metriken, das heißt die Gesamtzahl der Refluxepisoden, der postrefluxbedingte peristaltische Wellenindex und die mittlere nächtliche Basisimpedanz wurden bewertet. Zusätzlich wurden auch präoperative Impedanz-pH-Messungen einer separaten Kohorte von chirurgisch behandelten erosiven/nicht erosiven GERD-Fällen durch die Experten analysiert. Außerhalb der Therapie wurde eine normale, nichteindeutige beziehungsweise abnormale AET in 59%, 17% bzw. 23% der 317 Fälle gefunden. In bis zu 22% beziehungsweise 62% der Fälle in den Gruppen mit normaler beziehungsweise nicht eindeutiger AET lieferten abnormale Impedanz-Werte Hinweise auf eine GERD. Wenn man die Fälle mit nicht eindeutiger AET und abnormalen Impedanz-Metriken zur Gruppe der abnormalen AET hinzufügte wurde ein signifikanter Anstieg der GERD-Nachweise beobachtet (von 23% auf 37% der Fälle; p<0,0002). Bei der prächirurgischen Bewertung vor der Therapie zeigten eine anormale/ungeklärte AET und supraphysiologische Impedanz-Werte einen anhaltenden Reflux in 21% beziehungsweise 90% der 96 Fälle (p<0,00001). Eine Assoziation zwischen anhaltendem Reflux vor der Therapie und PPI-refraktärem Sodbrennen wurde durch das gute chirurgische Resultat bei dem 3-Jahres-Follow-up bestätigt, mit einer in 88% der Fälle anhaltenden Remission des Sodbrennens ohne PPI. Fazit Eine Überwachung des Impedanz-pH-Wertes während und nach einer Therapie ist von hohem klinischem Wert bei PPI-refraktärem Sodbrennen (je) Autoren: Frazzoni M et al. Korrespondenz: Marzio Frazzoni; [email protected] Studie: Applying Lyon Consensus criteria in the work-up of patients with PPI-refractory heartburn Quelle: Aliment Pharmacol Ther 2022;55(11):1423–1430. Web: https://doi.org/10.1111/apt.16838
Mehr erfahren zu: "Suizidassistenz in Deutschland – Erste Leitlinie vorgestellt" Suizidassistenz in Deutschland – Erste Leitlinie vorgestellt Wie sollen Ärzte oder Pflegekräfte reagieren, wenn Menschen in existenzieller Not sagen, dass sie sterben wollen? Eine neue Leitlinie setzt auf eingehende Beratung – mit offenem Ausgang.
Mehr erfahren zu: "BVOU widerspricht Studie zur Akutversorgung in Hausarztpraxen" BVOU widerspricht Studie zur Akutversorgung in Hausarztpraxen Aufgrund einer einzigen deutschen Studie1 werde immer wieder wird behauptet, 80 bis 90 Prozent aller akuten Behandlungsfälle ließen sich fallabschließend in der Hausarztpraxis versorgen. Eine genaue Betrachtung zeigt laut BVOU: […]
Mehr erfahren zu: "Migräne individuell behandeln: Was neue Medikamente leisten – und was die Versorgung erschwert" Migräne individuell behandeln: Was neue Medikamente leisten – und was die Versorgung erschwert Moderne CGRP-Medikamente helfen vielen Migränepatienten, aber nicht allen – und welches Mittel wirkt, lässt sich bislang nicht vorhersagen. Neue Rabattregeln könnten den nötigen Präparatewechsel nun erschweren, warnt die Fachgesellschaft DMKG. […]