Soziale Benachteiligung erhöht das Sterberisiko bei Frauen mit früher Menopause26. August 2026 Symbolbild © LIGHTFIELD STUDIOS/stock.adobe.com Soziale Benachteiligung bei früher Menopause ist mit einem erhöhten Risiko für vorzeitigen Tod, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Demenz verbunden. Besonders deutlich war der Zusammenhang bei Arbeitslosigkeit. Die Studienergebnisse wurden in der Fachzeitschrift „Menopause“ veröffentlicht. Von einer vorzeitigen oder frühen natürlichen Menopause spricht man, wenn die Menstruation dauerhaft und auf natürliche Weise – also ohne Operation oder medizinische Behandlung – vor dem 45. Lebensjahr ausbleibt. Weltweit betrifft dies etwa 6 Prozent der Frauen. Bereits vor der aktuellen Studie war bekannt, dass eine vorzeitige natürliche Menopause vor dem 40. Lebensjahr und eine frühe natürliche Menopause zwischen dem 40. und 45. Lebensjahr mit einem erhöhten Risiko für Gesamtmortalität, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Demenz einhergehen. Der Einfluss sozialer Gesundheitsdeterminanten auf diese Risiken war bislang jedoch nicht umfassend untersucht. In der aktuellen Studie analysierten die Forschenden Daten von fast 20.000 Frauen mit früher natürlicher Menopause, die in dieser Untersuchung als Menopause vor dem 48. Lebensjahr definiert wurde. Anhand von 14 verschiedenen sozialen Gesundheitsdeterminanten teilten sie die Frauen in Gruppen mit günstigen, mittleren oder ungünstigen sozialen Bedingungen ein. Soziale Gesundheitsdeterminanten umfassen die Lebensbedingungen, unter denen Menschen geboren werden, leben, Bildung erhalten, arbeiten, ihre Freizeit verbringen, ihren Glauben ausüben und altern. Sie gelten zunehmend als wichtige Einflussfaktoren für gesundheitliche Ungleichheiten und können die gesundheitlichen Ergebnisse stärker prägen als die medizinische Versorgung oder individuelle Lebensstilfaktoren. Da soziale Benachteiligungen häufig gemeinsam auftreten, untersuchten die Forschenden sowohl deren kumulativen Einfluss als auch den unabhängigen Effekt der einzelnen Faktoren. Arbeitslosigkeit besonders stark mit Mortalität und Demenz assoziiert Die mediane Nachbeobachtungszeit betrug 10,8 Jahre. Dabei zeigte sich, dass sozioökonomische Benachteiligungen mit ungünstigeren gesundheitlichen Verläufen bei Frauen mit früher natürlicher Menopause verbunden waren. Von den untersuchten Faktoren war Arbeitslosigkeit am stärksten mit der Gesamtmortalität und dem Auftreten von Demenz assoziiert. Für das Auftreten von Krebserkrankungen wurde dagegen kein signifikanter Zusammenhang mit den untersuchten sozialen Gesundheitsdeterminanten festgestellt. Die Forschenden plädieren deshalb dafür, soziale Gesundheitsdeterminanten bei der Betreuung von Frauen mit vorzeitiger oder früher Menopause umfassend zu berücksichtigen. „Diese Studie zeigt, dass sozioökonomische Benachteiligungen ungünstige gesundheitliche Verläufe bei Frauen mit vorzeitiger oder früher Menopause erheblich verschärfen. Um dieses komplexe Zusammenspiel zu durchbrechen, ist eine routinemäßige, umfassende Erfassung der sozialen Gesundheitsdeterminanten als Grundprinzip bei der Betreuung von Frauen mit vorzeitiger oder früher Menopause erforderlich“, erklärt Dr. Stephanie Faubion, medizinische Leiterin der Menopause Society. (lj/BIERMANN) Das könnte Sie ebenfalls interessieren: Vorzeitige Menopause erhöht das langfristige Herzrisiko um 40 Prozent
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