Soziale Faktoren mit CED-Verlauf assoziiert

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Um herauszufinden, ob sich ein niedriger sozioökonomischer Status (NSS) auf die Behandlungsergebnisse von Patienten mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED) auswirkt, hat ein kanadisches Forschungsteam alle 9298 Einwohnern von Manitoba, Kanada mit CED-Diagnose von April 1995 bis März 2018 mithilfe der Manitoba Health Administrative Database identifiziert.

Dabei konnten alle ambulanten Arztbesuche, Krankenhausaufenthalte, Operationen, Aufnahmen auf einer Intensivstation und verschreibungspflichtige Medikamente einbezogen werden.

Die Daten wurden mit 2 lokalen Datenbanken verknüpft, von denen die eine alle Personen identifizierte, die Beschäftigungs- und Einkommensbeihilfe erhielten, während die andere Datenbank Informationen über alle Personen beinhaltete, die Kontakt zu den örtlichen Child and Family Services hatten. Der sozioökonomische Status wurde durch einen Score definiert, der das durchschnittliche Haushaltseinkommen, Haushalte von Alleinerziehenden, die Arbeitslosenquote und die Quote für eine High-School-Ausbildung umfasste.

Die Bestimmung des NSS berücksichtigte, ob man jemals für Beschäftigungs- und Einkommensbeihilfe oder für Kinder- und Familienhilfe registriert war oder ob man sich innerhalb der Region im untersten Quintil bezüglich des sozioökonomischen Status befand.

Im Vergleich zu Personen mit NSS versus Personen ohne NSS-Merkmale konnten erhöhte Raten ambulanter Arztbesuche (RR 1,10; 95%-KI 1,06–1,13), Krankenhausaufenthalte (RR 1,38; 95%-KI 1,31–1,44), Aufnahmen auf eine Intensivstation (RR 1,94; 95%-KI 1,65–2,27), Verwendung von Kortikosteroiden >2000 mg/Jahr (RR 1,12; 95%-KI 1,03–1,21) und Tod (HR 1,53; 95%-KI 1,36–1,73) festgestellt werden. Der Konsum von Betäubungsmitteln (RR 2,17; 95%-KI 2,01–2,34) und Psychopharmaka (RR 1,98; 95%-KI 1,84–2,13) war erhöht. Der Einfluss des NSS war bei Personen mit Morbus Crohn größer als bei Patienten mit Colitis ulcerosa.

Fazit
Aus diesen Daten ergibt sich, dass ein NSS bei CED-Erkrankten mit deutlich schlechteren Krankheitsergebnissen assoziiert ist. Soziale Determinanten sollten daher zum Zeitpunkt der Diagnose in hohem Maße berücksichtigt und angesprochen werden. (bi)

Autoren: Bernstein CN et al.
Korrespondenz: Charles N. Bernstein; [email protected]
Studie: Social Determinants of Outcomes in Inflammatory Bowel Disease
Quelle: Am J Gastroenterol 2020;115(12):2036–2046.
Web: https://doi.org/10.14309/ajg.0000000000000794