Spätere Atherosklerose schon im Kindesalter vorhersagen16. Mai 2024 © Photographee.eu – stock.adobe.com (Symbolbild) Nicht-High-Density-Lipoprotein-Cholesterin (Nicht-HDL-C) wurde im Vergleich zu LDL-Cholesterin (LDL-C)bereits als ein genaueres Maß für das Risiko atherosklerotischer kardiovaskulärer Erkrankungen (ASCVD) vorgeschlagen. Nicht-HDL-C umfasst das Gesamtcholesterin abzüglich des HDL-C – also LDL-C und Very-LDL-C sowie einige andere Lipoproteinpartikel mit hoher Dichte. Einer aktuellen Untersuchung im Fachmagazin „Ciruculation“ zufolge sind sowohl Nicht-HDL-C- als auch LDL-C-Werte in der Kindheit mit ASCVD-Ereignissen im mittleren Lebensalter assoziiert. Nicht-HDL-C stellte sich darin jedoch als der bessere Prädiktor für ASCVD-Ereignisse im Erwachsenenalter dar als LDL-C, insbesondere bei Personen mit normalem LDL-C, aber erhöhtem Nicht-HDL-C. Die prospektive Kohortenstudie wurde von Forschern aus Australien, Finnland und den USA durchgeführt. Sie umfasste 21.126 Teilnehmer aus dem i3C-Konsortium (International Childhood Cardiovascular Cohorts), welche durchschnittlich über 35 Jahre nachbeobachtet wurden. Die Studienaufnahme erfolgte im Mittel mit 11,9 Jahren, als auch die Cholesterinwerte im Blut bestimmt wurden. Die Forscher schätzten die Assoziation zwischen den in der Kindheit gemessenen Nicht-HDL-C- und LDL-C-Werten und dem späteren Risiko für tödliche und nichttödliche ASCVD-Ereignisse (alters- und geschlechtsspezifische Z-Scores; Konkordanz-/Diskordanz-Kategorien definiert durch leitlinienempfohlene Cutoffs). Dabei berücksichtigten sie das Geschlecht, die Ethnie, die Kohorte, das Alter bei der Messung und das Kalenderjahr, in dem die Messung durchgeführt wurde, den Body-Mass-Index und den systolischen Blutdruck. Den prädiktiven Nutzen bestimmt sie über den C-Index. Im Verlauf von ca. 35 Jahren traten unter den Studienteilnehmern 153 tödliche ASCVD-Ereignisse auf. Zu 352 kombinierten tödlichen und nichttödlichen ASCVD-Ereignissen kam es in einer Untergruppe von 11.296 Teilnehmern, die für dieses Ergebnis ausgewertet werden konnten. Nicht-HDL-C- und LDL-C-Werte in der Kindheit waren jeweils mit einem höheren Risiko für tödliche und die Kombination aus tödlichen und nichttödlichen ASCVD-Ereignissen verbunden (die HR reichte von 1,27–1,35 pro Anstieg des Risikofaktor-Z-Scores um 1 Einheit). Der Nicht-HDL-C-Wert hatte einen besseren diskriminierenden Nutzen als der LDL-C-Wert (Unterschied im C-Index 0,0054 bzw. 0,0038 für tödliche bzw. tödliche/nichttödliche Ereignisse). Die diskordante Gruppe mit erhöhtem Nicht-HDL-C und normalem LDL-C hatte ein höheres Risiko für ASCVD-Ereignisse als die konkordante Gruppe mit normalem Nicht-HDL-C und LDL-C (tödliche Ereignisse: HR 1,90; 95%-KI 0,98–3,70; tödliche/nichttödliche Ereignisse: HR 1,94; 95%-KI 1,23–3,06). Fazit Sowohl Nicht-HDL-C- als auch LDL-C-Werte sind in der Kindheit mit ASCVD-Ereignissen im mittleren Lebensalter assoziiert. Nicht-HDL-C stellte sich jedoch als der bessere Prädiktor für ASCVD-Ereignisse im Erwachsenenalter dar als LDL-C, insbesondere bei Personen mit normalem LDL-C, aber erhöhtem Nicht-HDL-C. Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass sowohl Nicht-HDL-C als auch LDL-C nützlich sind, um Kinder mit einem höheren Risiko für ASCVD-Ereignisse zu identifizieren. Nicht-HDL-C kann jedoch zusätzliche prognostische Informationen liefern, wenn es diskordant höher ist als das entsprechende LDL-C. Auch hat es den praktischen Vorteil, dass es nicht im nüchternen Zustand bestimmt werden muss. (ah) Autoren: Wu F et al. Korrespondenz: Feitong Wu; [email protected] Studie: Childhood Non-HDL Cholesterol and LDL Cholesterol and Adult Atherosclerotic Cardiovascular Events Quelle: Circulation 2024;149(3):217–226. Web: https://doi.org/10.1161/CIRCULATIONAHA.123.064296
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