Spinale Muskelatrophie: Welche Mutation hat klinische Relevanz?10. Februar 2026 An Zebrafischen prüfen Forscher, ob bislang unbekannte Mutationen des SMN-Gens zu Spinaler Muskelatrophie führen.(Foto: © Griffith University – stock.adobe.com) Mithilfe von Zebrafischen prüfen Forschende, ob eine Mutation des SMN(Survival Motor Neuron)-Gens bei Neugeborenen zu Spinaler Muskelatrophie (SMA) führt und daher behandelt werden muss. SMA ist eine genetische Erkrankung, die zu einem fortschreitenden Verlust von Motoneuronen führt, was Muskelschwäche und den Verlust grundlegender motorischer Funktionen zur Folge hat. „Ohne Behandlung verläuft SMA in der Regel tödlich. Zwar gibt es mittlerweile hochwirksame Therapien, doch diese können mehr als zwei Millionen US-Dollar pro Kind und Jahr kosten und müssen begonnen werden, bevor Symptome auftreten“, erklärt Dr. Jean Giacomotto vom Institut für Biomedizin und Glykomik der Griffith University in Southport (Australien). „Wenn die Behandlung erst nach dem Auftreten dieser Symptome beginnt, hat das Kind bereits irreversible degenerative Schäden erlitten, die zu lebenslangen Problemen und möglicherweise zum Tod in den ersten Lebensjahren führen können. Zebrafisch hilft bei der Interpretation genetischer Varianten Durch erweiterte Genom-Screening-Programme werden zunehmend noch nie zuvor gesehene Mutationen entdeckt, die als „Variante von unklarer Bedeutung“ (VUS) bezeichnet werden. „Diese VUS stellen Ärzte vor ein Dilemma: sofort mit der Behandlung zu beginnen und unnötige Eingriffe zu riskieren oder abzuwarten und irreversible Nervenschäden zu riskieren“, erklärte Giacomotto. Um dieses Problem zu lösen, entwickelten der Forscher und sein Team einen schnellen funktionellen Test auf Basis von Zebrafischen, mit dem die Pathogenität einer neuen SMN1-Mutation innerhalb weniger Tage bestimmt werden kann. Die Ergebnisse der Studie wurden in „EMBO Molecular Medicine“ veröffentlicht. „Innerhalb eines klinisch relevanten Zeitraums konnten wir die genaue Mutation jedes Babys funktionell testen und prüfen, ob sie schädlich ist“, berichtet Giacomotto. „Mit der weltweit zunehmenden Genomsequenzierung sehen sich Kliniker immer mehr mit unklaren Varianten konfrontiert. Dieser winzige Fisch bietet eine schnelle und kostengünstige Möglichkeit, diese Fälle zu lösen und die Belastung für die Familien zu verringern.“
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