Sport kann die motorischen Fertigkeiten von Kindern mit Autismus verbessern

Foto: © master1305 – stock.adobe.com

Kinder mit einer Autismus-Spektrum-Störung zeigen häufig auch motorische Entwicklunsverzögerungen. Eine aktelle Studie legt nun nahe, dass sportbasierte Interventionen die motorischen Fähigkeiten dieser Kinder verbessern können, wobei Kampfsportarten und Wassersport die beständigsten positiven Effekte zeigen.

Die Analyse basierte auf Daten aus elf klinischen Studien zu verschiedenen Sportarten. Dabei erzielten Kampfsportarten durchweg deutlichere Verbesserungen des Gleichgewichtes, der motorischen Gesamtfähigkeiten und der Objektkontrollfähigkeiten, wobei besonders starke Effekte bei Tai-Chi-Chuan- und Kata-Programmen zu verzeichnen waren.

Wassersport führte zu deutlichen Verbesserungen in den Bereichen Gleichgewicht, Fortbewegungsfähigkeiten und Objektkontrollfähigkeiten. Gymnastik- und Trampolin-Interventionen verbesserten das Gleichgewicht und die beidseitige Koordination, wobei die Trampolin-Studien zusätzliche Effekte auf die motorischen Gesamtwerte verzeichneten.

Tischtennis verbesserte die Grobmotorik der Kinder, während Australian Football einen starken Effekt auf die Objektkontrollfähigkeiten sowie einen mittleren Effekt auf das Gleichgewicht und die allgemeine Motorik hatte. Über alle Sportkategorien hinweg war das Gleichgewicht der motorische Bereich, in dem die konsistentesten Verbesserungen erzielt wurden.

Sport im Verein ist mehr als Freizeitbeschäftigung

Die Autoren wiesen jedoch darauf hin, dass viele der Studien erhebliche Einschränkungen aufwiesen und Studien von höherer Qualität erforderlich sind.

„Organisierte sportbasierte Interventionen können Kindern mit Autismus durch die Förderung der motorischen Entwicklung Vorteile bieten, die über den Freizeitwert hinausgehen“, erklärte die korrespondierende Autorin Sonia Khurana von der Old Dominion University in Norfolk, USA. „Zwar hat unsere Übersichtsarbeit vielversprechende Effekte identifiziert, insbesondere bei Kampfsportarten und im Wasserspor, doch sind größere und strengere Studien erforderlich, um diese Vorteile zu bestätigen und evidenzbasierte Empfehlungen zu entwickeln.“