Sprachwahrnehmung: Dauer der unilateralen Gehörlosigkeit und Cochlea-Implantat19. Juli 2019 Foto: ©BillionPhotos.com / Adobe Stock Über den Zusammenhang zwischen der Dauer einseitiger Gehörlosigkeit und Behandlungsergebnissen bezüglich der Sprachwahrnehmung nach Cochlea-Implantation bei Erwachsenen besteht bislang keine eindeutige Klarheit. Otolaryngologen der New York University School of Medicine unternahmen daher ein systematisches Review von Fachbeiträgen in PubMed, welche die individuelle Sprachwahrnehmung und die Dauer der Gehörlosigkeit bei unilateral gehörlosen Erwachsenen zum Thema haben. Die Dauer der Gehörlosigkeit sowie die Wahrnehmungsergebnisse wurden extrahiert und in Relation gesetzt und eine lineare Regressionsanalyse durchgeführt. Als Resultat konnten die Autoren festhalten, dass zwischen der Dauer der unilateralen Gehörlosigkeit und der Sprachwahrnehmung ein negativer Effekt zum Tragen kommt, doch es offenbarten sich substanzielle Unklarheiten hinsichtlich der Stärke dieses Effektes. Die Autoren schreiben, dass es überaus schwierig sei, das Ausmaß der Wirkung einer über 5–10 Jahre persistierenden, unilateralen Gehörlosigkeit zu evaluieren – besonders, weil die Gesamtheit der vorhandenen Daten wenig Aufschluss über die Effektstärke gibt. Unbenommen dieser Effektgröße zeigen die Daten wichtige, grundlegende Implikationen auf: Sie legen nahe, dass eine einseitige akustische Deprivation eine deletäre Wirkung auf die auditive Verarbeitung hat, obwohl zahlreiche zentrale Teile des auditiven Systems den Input über das kontralaterale gesunde Ohr wahrnehmen können. Die Sprachwahrnehmung steht bei Patienten mit einseitiger Gehörlosigkeit mit der Dauer der Einschränkung in negativer Korrelation, doch die begrenzte Datenmenge und -qualität der betreffenden Patienten mit Cochlea-Implantaten führt zu substantiellen Ungenauigkeiten, welche eine eindeutige klinische Empfehlung zur Implantation zunichte machen. Es bedürfe weiterer Studien mit Cochlea-implantierten Probanden, die eine langjährige unilaterale Gehörlosigkeit aufweisen, um evidenzbasierte Leitlinien hinsichtlich der Anwendung von Cochlea-Implantaten in dieser Population erstellen zu können. (am)
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