Stark verarbeitete Nahrungsmittel erhöhen Morbus-Crohn-Risiko

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Die steigende Inzidenz von chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED) in Regionen, die sich verstärkt an einem Lebensstil nach westlichen Standards orientiert haben, fiel in den letzten Jahrzehnten mit der Zunahme des Konsums sehr stark verarbeiteter (ultra­prozessierter) Lebensmittel (UPF) zusammen. Forschende der Harvard Medical School in Boston, USA, untersuchten daher den Zusammenhang zwischen dem Konsum von UPF und dem Risiko für Morbus Crohn und Colitis ulcerosa.

Sie führten dazu eine prospektive Studie mit 3 landesweiten Kohorten in den Vereinigten Staaten durch: die Nurses‘ Health Study (1986−2014), die Nurses’ Health Study II (1991−2017) und die Health Professionals Follow-up Study (1986−2012). Mithilfe von Cox-Proportional-Hazard-Modellen und unter Berücksichtigung von Störfaktoren wurden die HR- und 95%-KI-Werte für M. Crohn und C. ulcerosa in Abhängigkeit von dem selbstberichteten UPF-Konsum der Probanden geschätzt.

Die Studie umfasste 245.112 Teilnehmer. In den 5.468.444 Personenjahren der Nachbeobachtung wurden 369 Fälle von M. Crohn und 488 Fälle von C. ulcerosa dokumentiert. Das Alter bei der Diagnose betrug 56 (Spanne 29–85) Jahre.

Im Vergleich zu den Teilnehmern im untersten Quartil des einfachen aktualisierten UPF-Konsums hatten die Teilnehmer im höchsten Quartil ein signifikant erhöhtes M.-Crohn-Risiko (HR 1,70; 95%-KI, 1,23−2,35; pTrend=0,0008). Unter den verschiedenen UPF-Untergruppen zeigten ultraprozessierte Brote und Frühstücksnahrungsmittel beziehungsweise tiefgekühlte oder haltbare verzehrfertige und erhitzbare Mahlzeiten beziehungsweise Soßen, Käse, Aufstriche und Bratensoßen die stärksten positiven Assoziationen mit einem M.-Crohn-Risiko (HR pro 1 SD-Zunahme der Aufnahme 1,18; 95%-KI 1,07−1,29 bzw. HR/1 SD-Zunahme 1,11; 95%-KI 1,01−1,22 bzw. HR/1 SD-Zunahme 1,14; 95%-KI 1,02−1,27). Es gab keine konsistente Assoziation zwischen der Aufnahme von UPF und dem Risiko für eine C. ulcerosa.

Fazit
Eine verstärkte Aufnahme von UPF ist mit einem erhöhten Risiko für das Auftreten von M. Crohn verbunden. Weitere Studien seien nun erforderlich, um die spezifischen Komponenten der Ernährung zu identifizieren, die dazu beitragen, so das Resümee der Autoren. (je)

Autoren: Lo C-H et al.
Korrespondenz: Ashwin N. Ananthakrishnan; [email protected]
Studie: Ultra-processed Foods and Risk of Crohn’s Disease and Ulcerative Colitis: A Prospective Cohort Study
Quelle: Clin Gastroenterol Hepatol 2022;20(6):e1323–e1337.
Web: https://doi.org/10.1016/j.cgh.2021.08.031