Start für das Zentrum für Protein-Diagnostik in Bochum3. Juni 2019 Symbolische Schlüsselübergabe zur Einweihung des Zentrums für Protein-Diagnostik mit Hauke Wahlen, Marcus Hermes, Thomas Eiskirch, Dieter Herr, Axel Schölmerich, Klaus Gerwert und Edmund Heller (v. l.). (Foto: © RUB, Marquard) Die Ruhr-Universität Bochum (RUB) hat ein Zentrum für Protein-Diagnostik eröffnet. Neue Verfahren zur Diagnostik von Krebs und neurodegenerativen Erkrankungen sollen von hier möglichst schnell in die Klinik gebracht werden. Der Alzheimer-Frühtest, der am Lehrstuhl für Biophysik an der Ruhr-Universität Bochum (RUB) entwickelt wurde, ist ein Hoffnungsträger, um die in Zukunft weiter dramatisch steigende Zahl von Patienten zu reduzieren. Noch gibt es den Test, für den eine einfache Blutprobe genügt, als Prototypen nur in Bochum. In einer zweiten Ausbaustufe ist die Apparatur schon deutlich kompakter geworden. Nun wird sie im neuen Zentrum für Protein-Diagnostik, kurz Prodi, weiterentwickelt. Das ambitionierte Ziel: In gut zwei Jahren soll der Test auch andernorts für klinische Studien verfügbar sein. In bisherigen klinischen Studien wurden die Alzheimer-Medikamente zu spät verabreicht, was vermutlich für das Scheitern der Studien ausschlaggebend war. Der Test erlaubt jetzt eine frühzeitigere Diagnose, acht Jahre bevor sich die ersten klinischen Symptome zeigen. Er gibt damit Hoffnung, dass die Medikamente in dieser sehr frühen Phase doch noch wirken könnten. Als Prototyp vor Ort steht der Blutest zugleich prototypisch für das, was im neuen Forschungsbau am Bochumer Gesundheitscampus passiert: Neu entwickelte Verfahren zur präzisen Diagnostik von neurodegenerativen Erkrankungen wie Alzheimer, Parkinson und Multiple Sklerose, aber auch von Krebserkrankungen werden in die klinische Anwendung überführt. Im Kern geht es um die Analyse von Proteinveränderungen, die diese Krankheiten sehr früh im bereits symptomlosen Zustand anzeigen können. Das große Ziel ist es, Biomarker in Körperflüssigkeiten zu entdecken. “Der neue Forschungsbau bietet uns herausragende Arbeitsbedingungen, um die begonnenen Projekte auf ein neues Level zu heben. Die neuen, im Verbund PURE entwickelten Verfahren und Erkenntnisse zu Erkrankungen wie Alzheimer, Darm-, Blasen- oder Lungenkrebs sollen künftig noch schneller bei den Patienten ankommen”, sagte Prof. Klaus Gerwert, geschäftsführender Gründungsdirektor von Prodi. “Je früher wir solche Erkrankungen erkennen, desto erfolgreicher können sie therapiert werden. Das steigert die Heilungschancen enorm.” Im Zentrum für Protein-Diagnostik arbeiten rund 150 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Verbunds PURE (Protein Research Unit within Ruhr) fachübergreifend und nun auch unter einem Dach eng zusammen. Die Gesamtkosten für Bau und Erstausstattung des Gebäudes liegen bei rund 50 Millionen Euro, je zur Hälfte finanziert von Bund und Land. Der Forschungsbau war 2014 durch die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz bewilligt worden, nachdem der Wissenschaftsrat das Vorhaben “von überragender Bedeutung für den Wissenschaftsstandort Deutschland” zur gemeinsamen Bund-Länder-Förderung empfohlen hatte.
Mehr erfahren zu: "Antipsychotika: Die ersten 90 Tage nach Therapiebeginn sind metabolisch besonders kritisch" Weiterlesen nach Anmeldung Antipsychotika: Die ersten 90 Tage nach Therapiebeginn sind metabolisch besonders kritisch Blutzucker und Körpergewicht verändern sich nach einem Therapiebeginn mit Antipsychotika besonders schnell. Olanzapin scheint dabei mit den stärksten frühen Veränderungen verbunden zu sein. Auch ein zugrundeliegender Prädiabetes und das Geschlecht […]
Mehr erfahren zu: "Epilepsie mit einem erhöhten Risiko für Demenz vor dem 65. Lebensjahr assoziiert" Epilepsie mit einem erhöhten Risiko für Demenz vor dem 65. Lebensjahr assoziiert Menschen mit Epilepsie entwickeln möglicherweise häufiger eine Demenz vor dem 65. Lebensjahr als Menschen ohne Epilepsie. Dies geht aus einer Studie hervor, die in der Fachzeitschrift „Neurology“ veröffentlicht wurde.
Mehr erfahren zu: "Risikofaktoren für anhaltende Symptome nach einer Gehirnerschütterung identifiziert" Risikofaktoren für anhaltende Symptome nach einer Gehirnerschütterung identifiziert Eine neue Studie der Curtin University (Australien) hat ergeben, dass fast die Hälfte der Personen, die eine Gehirnerschütterung erlitten haben, auch ein Jahr später noch unter Beschwerden leidet; zudem wurden […]