Stoma und Inkontinenz: Anzeigenkampagne gegen Ausschreibungen28. März 2018 Anzeigenmotiv der Initiative “Faktor Lebensqualität”. Foto: Darius Ramazani Mit einer bundesweiten Anzeigenkampagne warnt die Initiative „Faktor Lebensqualität“ vor Ausschreibungen für Hilfsmittel zur ableitenden Inkontinenz- und Stomaversorgung. Krankenkassen schreiben weiterhin die Versorgung mit medizinischen Hilfsmitteln für ableitende Inkontinenz- und Stomapatienten aus. Das ist nach Ansicht der Initiative „Faktor Lebensqualität“ jedoch nicht rechtmäßig. Außerdem würden Ausschreibungen die Versorgungsqualität – und damit Gesundheit und Wohlergehen der Betroffenen gefährden, sind die acht Herstellerfirmen im Bundesverband Medizintechnologie (BVMed), die hinter der Initiative stehen, überzeugt. Um auf das Problem aufmerksam zu machen, hat die Initiative am 26. März 2018 die bundesweite Anzeigen- und Medienkampagne „Nein zu Ausschreibungen“ gestartet. Darin erklären Patienten wie etwa Stomaträgerin Sabrina B., was sie von Ausschreibungen halten: „Ich will nicht, dass wichtige Leistungen meiner Kasse und sensible Versorgungen wie zum Besipiel die Stomaversorgung öffentlich ausgeschrieben werden, nur um Geld zu sparen. Die Wahlfreiheit für Produkte und Versorger muss unbedingt bleiben!“ Der Grund, warum Ausschreibungen bei der Stoma- und ableitenden Inkontinenzversorgung nach Ansicht der Initiative das Wohl und die Gesundheit der Patienten gefährden, liegt darin, dass sie zur Kostenreduzierung Versorgungen standardisieren. Die Patienten seien jedoch aufgrund ihrer Erkrankung immer wieder auf eine intensive Beratung und individuelle Betreuung angewiesen, die hierdurch eingeschränkt werde. Nach Ansicht der Initiative „Faktor Lebensqualität“ verstoßen Ausschreibungen darüber hinaus gegen geltendes Recht und die Absichten des Gesetzgebers bei der Verabschiedung des Heil- und Hilfsmittel-Versorgungsgesetzes (HHVG). Die Neuregelung sieht eindeutig vor, dass Ausschreibungen nicht zulässig sind, wenn Hilfsmittel individuell angefertigt werden müssen oder die Versorgung mit einem hohen Dienstleistungsanteil verbunden ist. Dies treffe zweifelsohne auf die ableitende Inkontinenz- und Stomaversorgung zu. „Wir wollen Krankenkassen davor warnen, mit der Gesundheit ihrer Mitglieder zu spielen“, sagt Klaus Grunau von der Initiative „Faktor Lebensqualität“. Um die Verantwortlichen möglichst direkt anzusprechen, wird die Anzeige auf Großflächen-Plakaten vor allem vor den Hauptsitzen der Krankenkassen und vor Kliniken geschaltet. Ebenfalls erscheint sie in Publikums- und Fachmedien sowie online. Mit einer Postkarten-Petition können sich Betroffene außerdem direkt an ihre Krankenkasse wenden. (BVMed/ms)
Mehr erfahren zu: "Estradiol-Pflaster gleichwertig zu LHRH-Agonisten bei lokal fortgeschrittenem Prostatakrebs" Weiterlesen nach Anmeldung Estradiol-Pflaster gleichwertig zu LHRH-Agonisten bei lokal fortgeschrittenem Prostatakrebs Zur Androgenentzugstherapie bei lokal fortgeschrittenem Prostatakrebs hat sich die transdermale Verabreichung von Estradiol gegenüber LHRH-Agonisten als nicht unterlegen erwiesen. Dies gilt sowohl für die Überlebensergebnisse als auch für die Testosteronsenkung. […]
Mehr erfahren zu: "„Politischer Verrat an der Grundversorgung“" „Politischer Verrat an der Grundversorgung“ Der Referentenentwurf für ein Gesetz zur Einsparung bei den GKV-Finanzen liegt vor. Der Berufsverband der Deutschen Urologie (BvDU) reagiert mit einer erneuten Aussendung an die Presse und wird noch schärfer […]
Mehr erfahren zu: "Zirkulierende Tumor-DNA mit hoher prognostischer Aussagekraft bei muskelinvasivem Blasenkrebs" Zirkulierende Tumor-DNA mit hoher prognostischer Aussagekraft bei muskelinvasivem Blasenkrebs Der perioperative Status zirkulierender Tumor-DNA (ctDNA) ist mit der Patientenprognose bei muskelinvasivem Blasenkarzinom (MIBC) assoziiert. Dies zeigt eine aktuelle Publikation in „European Urology Focus“.