Stressmanagement für Eltern kann Kinder vor Übergewicht schützen12. März 2026 Stress von Eltern fördert Übergewicht bei Kindern. (Foto: © kubko – stock.adobe.com) Verringert man den Stress der Eltern, senkt dies das Risiko der Kinder für Übergewicht. Darauf deuten die Ergebnisse eines Forscherteams der Yale University (USA), die in „Pediatrics“ veröffentlicht wurden. Im Jahr 2024 hat in den USA etwa jedes fünfte Kind und jeder fünfte Jugendliche die klinische Definition von Fettleibigkeit erfüllt. Bislang basiert die Prävention von Adipositas bei Kindern auf gesunder Ernährung und ausreichend Bewegung. Nun haben Forschende der Yale University jedoch eine dritte wichtige Strategie identifiziert: die Verringerung des elterlichen Stresses. „Wir wussten bereits, dass Stress einen großen Beitrag zur Entwicklung von Fettleibigkeit bei Kindern leisten kann. Die Überraschung war, dass sich die Erziehung verbesserte und das Risiko für Fettleibigkeit bei ihren kleinen Kindern sank, wenn die Eltern besser mit Stress umgingen“, erklärte Psychologin Rajita Sinha. Bei Stress kommt eher Fast Food auf den Tisch Frühere Untersuchungen hatten gezeigt, dass gestresste Eltern eher auf Fast Food und ungesunde Essgewohnheiten zurückgreifen, was sich auf das Verhalten und die Essgewohnheiten der Kinder auswirken kann. Wenn Eltern überfordert sind, kann dies zu einer Beeinträchtigung der Familienroutinen, einer Zunahme ungesunder Ernährungsgewohnheiten und einem Rückgang positiver Erziehungsverhalten führen. Aktuelle Programme zur Prävention von Fettleibigkeit bei Kindern konzentrierten sich jedoch meist auf Ernährungserziehung und körperliche Aktivität, was allzu oft keine dauerhaften Verbesserungen bringe, erklärte Sinha, Professorin für Neurowissenschaften und Kinderforschung an der Yale School of Medicine. In der neuen Studie führten die Forschenden eine zwölfwöchige randomisierte Präventionsstudie mit 114 ethnisch und sozioökonomisch unterschiedlichen Eltern mit übergewichtigen oder fettleibigen Kindern im Alter von zwei bis fünf Jahren durch. Die Eltern wurden entweder der Intervention „Parenting Mindfully for Health“ (PMH) zugewiesen, die sich auf Achtsamkeit und Fähigkeiten zur Selbstregulierung des Verhaltens in Kombination mit Beratung zu gesunder Ernährung und körperlicher Aktivität konzentrierte. Oder sie nahmen an einer Kontrollintervention teil, bei der sie nur Beratung zu gesunder Ernährung und körperlicher Aktivität erhielten. Beide Gruppen trafen sich wöchentlich für bis zu zwei Stunden. Während der zwölf Wochen wurden der Stress der Eltern und das Gewicht der Kinder erfasst, nach weiteren drei Monaten wurde das Gewicht der Kinder erneut bestimmt. Darüber hinaus wurden vor und nach der Behandlung positives Erziehungsverhalten wie Zuhören oder Geduld und die positive Wirkung der Eltern sowie die gesunde und ungesunde Ernährung der Kinder erfasst. Adipositasprävention basiert auf drei Säulen Am Ende der dreimonatigen Nachbeobachtungszeit hatte der Stress der Eltern in der Interventionsgruppe signifikant abgenommen (3,17; 95%-KI -5,19 bis -1,15 Punkte; p<0,003). Zudem beobachteten die Forschenden eine signifikante Zunahme der positiven Erziehung (2,82; 95%-KI 1,24–4,4; p<0,001) und eine Verringerung der ungesunden Ernährung der Kinder (-1,78; 95%-KI -3,02 bis -0,54; p<0,02). Der BMI-z-Score der Kinder war in der Kontrollgruppe signifikant um 0,41 Punkte (95%-KI 0,13–0,69; p<0,005) angestiegen, während er sich im Interventionsarm nur wenig veränderte (0,20; 95%-KI -0,49 bis 0,09; p>0,17). Kinder der Kontrollgruppe hatten ein sechsfach erhöhtes Risiko, bei der Nachuntersuchung nach drei Monaten der Risikogruppe für Übergewicht/Adipositas anzugehören. Als bemerkenswert bezeichneten die Autoren, dass die Korrelation zwischen hohem elterlichem Stress und verminderter positiver Erziehung sowie verminderter gesunder Ernährung bei Kindern in der Kontrollgruppe nach drei Monaten bestehen blieb, in der PMH-Gruppe jedoch nicht mehr signifikant war. „Die Kombination aus Achtsamkeit und verhaltensbezogener Selbstregulierung zum Stressmanagement, integriert mit gesunder Ernährung und körperlicher Aktivität, schien die kleinen Kinder vor einigen der negativen Auswirkungen von Stress auf die Gewichtszunahme zu schützen“, erklärte Sinha und fuhr fort: „Fettleibigkeit bei Kindern ist derzeit ein großes Problem, und die Ergebnisse dieser Studie sind für die Priorität der aktuellen Regierung, chronische Erkrankungen bei Kindern zu reduzieren, von großer Bedeutung. Wenn Menschen an Gewicht zunehmen, steigt ihr Risiko für mit Fettleibigkeit verbundene Krankheiten, selbst bei Kindern.“ (ej/BIERMANN)
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