Strukturmerkmale in Spendernieren könnten Risiko eines Transplantatversagens vorhersagen5. Februar 2020 Foto: © kkolosov – Adobe Stock Forscher der Mayo Clinic in Rochester haben entdeckt, dass kleine Strukturmerkmale in Nieren von lebenden Spendern, die nur mit einem Mikroskop gesehen werden können, auf das Risiko einer Abstoßung beim Empfänger hindeuten können. Die Ergebnisse werden online im Journal of the American Society of Nephrology veröffentlicht. „Wir denken, dass kleinste Anomalien bei lebenden Nierenspendern die Niere anfälliger für ein Versagen im zukünftigen Empfänger machen“, sagt Dr. Naim Issa, Nephrologe und Erstautor der Studie. „Diese wichtigen Ergebnisse bieten einen Einblick in bisher nicht erkannte Prädikatoren für ein Nierentransplantatversagen bei Empfängern.“ Letztes Jahr war mit fast 7.400 Transplanten von lebenden Spendern ein Rekordjahr für Lebendorganspenden in den USA zu verzeichnen. Dennoch ist die Anzahl bereitwilliger Spender wesentlich geringer als der Bedarf. In den USA warten fast 95.000 Personen auf eine lebensrettende Nierentransplantation. Für Patienten, die eine Nierentransplantation benötigen, ist es im Allgemeinen die beste Option, einen lebenden Spender zu finden, sagt Issa. Das liegt daran, dass Nieren von lebenden im Allgemeinen länger halten als von verstorbenen Spendern. Zudem überstehen die Nierenspender die Spende sehr gut. Wenn die Qualität einer gespendeten Niere bewertet wird, verlassen sich Transplantationsexperten im Allgemeinen auf Informationen wie Alter, Risikofaktoren und Nierenfunktion des Spenders. Die Spender werden zudem umfassenden medizinischen Tests unterzogen, um sicherzustellen, dass sie gesund genug sind, um überhaupt ein Spender zu sein. Dennoch kommt es bei einigen Empfängern schneller zur Abstoßung als bei anderen. Als Teil der Studie hat ein Forschungsteam unter Leitung von Dr. Andrew Rule, Nephrologe, und Issa 2.293 Spender-Empfänger-Paare ausgewertet. Im Rahmen der Studie wurden Biopsien der Nieren der Spender vorgenommen, nachdem diese für die anschließende Transplantation entnommen worden waren. Die Ergebnisse der Studie legen nahe, dass einige Strukturmerkmale die Lebensdauer einer Niere nach der Transplantation beeinflussen und deshalb zur Vorhersage herangezogen werden können. Bei diesen Strukturmerkmalen handelt es sich beispielsweise um minimale Vernarbungen oder verhärtete Gefäße der Niere, so wie größere Nephrone. „Weitere Untersuchungen dieser Strukturmerkmale und der Rolle, welche die Immunreaktion bei der Schädigung transplantierter Nieren spielt, sind nötig“, sagt Issa. „Unsere Hoffnung ist es aber schon jetzt, dass unsere Ergebnisse dabei helfen werden, die Lebensspanne von Nierentransplantaten in Zukunft zu verlängern.“
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