Studie: COVID-19-Pneumonie erhöht das Demenzrisiko20. April 2022 Foto: © LIGHTFIELD STUDIOS/stock.adobe.com Eine neue Studie aus den USA zeigt, dass Patienten, die mit einer COVID-19-Pneumonie ins Krankenhaus eingeliefert wurden, ein höheres Risiko dafür haben, an Demenz zu erkranken als Patienten mit Pneumonien aufgrund einer anderen Ursache. Das Team von Forschenden der University of Missouri School of Medicine und von der Missouri University (MU) Health Care zogen für ihre Untersuchung Informationen aus den Cerner Real World Data heran, die bei 1,4 Milliarden Arztkontakten vor dem 31. Juli 2021 gesammelt worden waren. Die Wissenschaftler wählten aus der Datenbank solche Patienten aus, die mit einer bereits länger als 24 Stunden andauernden Pneumonie hospitalisiert worden waren. Von 10.403 in die Auswertung eingeschlossenen Patienten mit einer COVID-19-Pneumonie entwickelten 312 (3%) nach ihrer Genesung eine Demenz, verglichen mit 263 (2,5%) der 10.403 Patienten mit anderen Arten von Pneumonien, bei denen eine Demenz diagnostiziert wurde. „Die Wahrscheinlichkeit einer neu auftretenden Demenz war in unserer Studie bei Patienten mit einer COVID-19-Pneumonie im Alter von über 70 Jahren höher“, berichtet Studienleiter Dr. Adnan I. Qureshi, Professor für klinische Neurologie an der MU School of Medicine. „Die Art der Demenz, die bei Überlebenden einer COVID-19-Infektion beobachtet wird, betrifft hauptsächlich das Gedächtnis, die Fähigkeit, alltägliche Aufgaben zu erledigen, und die Selbstregulation. Sprache und Bewusstsein für Zeit und Ort blieben relativ erhalten.“ Das mittlere Zeitintervall zwischen Infektion und Demenzdiagnose betrug bei COVID-19-Patienten 182 Tage. Die Studie umfasste nur neu auftretende Demenzen im Zusammenhang mit Krankenhauseinweisungen während einer kurzen Nachbeobachtungszeit. Laut Qureshi würden weitere Studien über längere Zeiträume hinweg ein vollständigeres Bild liefern und dazu beitragen, die Gründe zu ermitteln, aus denen eine COVID-19-Pneumonie das Demenzrisiko erhöhen könnte. „Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass das Screening auf kognitive Defizite bei COVID-19-Überlebenden eine Rolle spielen könnte“, erklärt Qureshi. „Wenn es während des Screenings Hinweise auf eine Beeinträchtigung gibt und der Patient weiterhin über kognitive Symptome berichtet, kann eine Überweisung zur umfassenden Beurteilung erforderlich sein.“
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