Studie: Erhöhtes Risiko für Cannabissucht bei erwachsenen Schmerzpatienten23. Januar 2020 Foto: © Victor Moussa/Adobe Stock Eine neue Studie von Forschern des Vagelos College of Physicians and Surgeons der Columbia University hat ergeben, dass ein Cannabiskonsum ohne medizinische Indikation – einschließlich eines häufigen oder problematischen Konsums – bei Erwachsenen mit Schmerzen signifikant häufiger vorkommt als bei Menschen ohne Schmerzen. Studien deuten darauf hin, dass ein starker Cannabiskonsum das Risiko für Verkehrsunfälle, pulmonale und psychiatrische Symptome sowie Cannabissucht erhöht. „Trotz dieser Beweise betrachten viele Menschen den Cannabiskonsum als harmlos, und der nicht medizinische Konsum von Cannabis auf täglicher oder fast täglicher Basis hat zugenommen“, sagt Dr. Deborah Hasin, Professorin für Epidemiologie an der Abteilung für Psychiatrie des Columbia University Vagelos College of Physicians and Surgeons, die die aktuelle Studie leitete. „In unserer Studie hatten wir gehofft, Faktoren – wie Schmerz – zu identifizieren, die möglicherweise das Risiko für eine Cannabissucht erhöhen.“ Hasin und Kollegen analysierten Daten zum Marihuanakonsum aus den National Epidemiologic Surveys on Alcohol and Related Conditions der Jahre 2001-2002 und 2012-2013. Die Forscher verglichen Muster des nicht medizinischen Cannabiskonsums bei Erwachsenen mit und ohne Schmerzen (ungefähr 20% der Teilnehmer beider Umfragen hatten mäßige bis starke Schmerzen). Insgesamt stieg der nicht medizinische Marihuanakonsum von etwa 4% im Jahr 2002 auf 9,5% im Jahr 2013. In der jüngsten Umfrage war die Wahrscheinlichkeit, dass Menschen mit Schmerzen häufig ohne medizinische Indikation Cannabis konsumieren, signifikant höher als bei Menschen ohne Schmerzen (5% vs. 3,5%). Das Risiko einer Cannabissucht war bei Patienten mit Schmerzen ebenfalls signifikant höher (4,2% vs. 2,7%). „Obwohl Metaanalysen zu Cannabis in der Schmerztherapie in Bezug auf die Wirksamkeit lediglich gemischte Ergebnisse zeigen, insbesondere bei pflanzlichem Marihuana [vs. synthetische Cannabinoide, Anm. d. Red.], nehmen 66% der Erwachsenen Marihuana inzwischen als vorteilhaft für die Schmerzbehandlung wahr. Angesichts der Tatsache, dass etwa 20% der erwachsenen Bevölkerung mittelschwere bis schwere Schmerzen hatten, ist damit eine große Gruppe von Erwachsenen in den USA dem Risiko ausgesetzt, häufig ohne medizinische Indikation Cannabis zu konsumieren und eine Sucht zu entwickeln. Die Berichterstattung über Marihuana in den Medien muss ausgewogener werden. Sie muss auch Meldungen transportieren, die glaubwürdige Informationen über die Art und das Ausmaß der Gesundheitsrisiken durch nicht medizinischen Cannabiskonsum enthalten, auch in der großen Gruppe von US-amerikanischen Erwachsenen mit Schmerzen“, betont Hasin. Psychiater und andere, die sich mit der seelischen Gesundheit von Schmerzpatienten befassten, müssten bei diesen auf Anzeichen und Symptome einer Cannabissucht achten.
Mehr erfahren zu: "Epigenom bei der Geburt beeinflusst die neurologische Entwicklung" Epigenom bei der Geburt beeinflusst die neurologische Entwicklung Darmmikrobiom und Epigenom sind eng miteinander verflochten und tragen beide zur neurologischen Entwicklung bei, wie eine Studie in „Cell Press Blue“ zeigt. Danach beeinflussen epigenetische Veränderungen, die bei der Geburt […]
Mehr erfahren zu: "MitoCatch: Erkrankte Zellen mit gesunden Mitochondrien versorgen" MitoCatch: Erkrankte Zellen mit gesunden Mitochondrien versorgen Baseler Wissenschaftler haben das System MitoCatch entwickelt, das die gezielte Zufuhr gesunder Mitochondrien zu erkrankten Zelltypen ermöglicht. Diese Innovation könnte ein wichtiger Schritt in Richtung einer präzisen Mitochondrientherapie sein.
Mehr erfahren zu: "Rauchen erhöht Demenzrisiko: Hinweise auf neue Lunge-Hirn-Achse" Rauchen erhöht Demenzrisiko: Hinweise auf neue Lunge-Hirn-Achse Der Zusammenhang zwischen Rauchen und Demenz könnte direkter sein als bislang angenommen: Forschende beschreiben eine Lunge-Hirn-Achse, über die durch Nikotin freigesetzte Exosomen die neuronale Eisenhomöostase beeinflussen und neurodegenerative Veränderungen begünstigen.