Autismusrisiko bei Frühgeborenen früher erkennen8. Juni 2026 Das Logo des Verbundprojektes MICRO-NEST (Quelle: © MICRO-NEST-Konsortium) Forschende der Universität Duisburg-Essen möchten das Autismusrisiko bei Frühgeborenen früher vorhersagen können und gezieltere Therapien möglich machen. Sie sind Teil des Verbundprojektes MICRO-NEST, das im Zuge des EU-Rahmenprogramms Horizon Europe mit sechs Millionen Euro gefördert wird. In Europa wird etwa jedes 70. Kind mit Autismus diagnostiziert – mangels wirksamer Früherkennungsindikatoren oft spät. Rund zehn Prozent aller Kinder kommen vor der 37. Schwangerschaftswoche zur Welt und kleine Frühgeborene tragen ein mindestens dreifach erhöhtes Risiko. „Menschen mit Autismus weisen Funktionsstörungen in Gehirn, Abwehrsystem und Darm auf, doch die zugrunde liegenden Mechanismen und Zusammenhänge sind bislang nicht verstanden“, erklärt Prof. Ursula Felderhoff-Müser, Direktorin der Klinik für Kinderheilkunde I. Genau dort wollen sie und ihr Team deshalb ansetzen.Die Wissenschaftler bündeln Daten aus großen Kohortenstudien mit Fokus auf Autismus und Frühgeburtlichkeit. Ziel ist, ein datengestütztes Abbild zu entwickeln, das individuelle Risiken und Krankheitsverläufe bei Autismus simuliert. Mithilfe dieses digitalen Zwillings sollen frühe Prognosemarker entstehen und neue Ansatzpunkte für gezieltere Therapien. Dadurch verbessern sich die Lebensqualität und Teilhabe für Menschen mit Autismus sowie für ihre Familien.Eine Stärke des Essener Standorts ist eine außergewöhnlich gut charakterisierte Kohorte von mehr als 1000 sehr früh geborenen Kindern, die vor der 32. Schwangerschaftswoche und mit weniger als 1500 Gramm Gewicht auf die Welt gekommen sind. Essen ist Teil eines internationalen Konsortiums, bestehend aus 16 Partnerinstitutionen, unter anderem aus Großbritannien, Schweden und Frankreich. Von den rund sechs Millionen Euro Gesamtfördersumme fließen 350.000 Euro an den Forschungsstandort Essen. Das Projekt startet am 1. September 2026 und läuft fünf Jahre.Projektpartner:Institut National de la Santé et de la Recherche Médicale (Koordination), FrankreichRoyal Melbourne Institute of Technology – Europe, SpanienUniversity Medical Center Utrecht – Utrecht University, NiederlandeMedizinische Fakultät der Universität Duisburg-Essen – Universitätsklinikum Essen, DeutschlandKing’s College London, EnglandUniversity of Edinburgh, SchottlandMaastricht University, NiederlandeUniversität Rostock, DeutschlandUniversity of Gothenburg, SchwedenUnapei, FrankreichGlobal Foundation for the Care of Newborn Infants, DeutschlandTechnische Universität Dresden, DeutschlandGenos Ltd, KroatienUniversität Genf, SchweizInserm Transfer SA, FrankreichRMIT University, Australien
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