Studie findet langfristig erhöhtes Rezidiv- und Mortalitätsrisiko nach erstem Status epilepticus27. Mai 2025 Foto: © CrazyCloud – stock.adobe.com Einer aktuellen Studie in „Neurology“ zufolge haben Patienten mit Status epilepticus (SE) nicht nur kurzfristig ein erhöhtes Mortalitätsrisiko, sondern über einen Zetraum von mindestens drei Jahren. Besonders gefährdet scheinen männliche und ältere Patienten zu sein. Ziel der retrospektive Kohortenstudie war es, die Rezidiv- und Mortalitätsraten bis zu drei Jahre nach einem ersten SE zu beschreiben und die damit verbundenen Risikofaktoren zu charakterisieren. Dazu identifizierte das französische Forscherteam unter Verwendung des nationalen Gesundheitsdatensystems alle Patienten – Säuglinge und Erwachsene –, die zwischen 2011 und 2016 wegen eines SE erstmals stationär aufgenommen worden waren und drei Jahre später noch lebten. Die Endpunkte umfassten SE-Rezidive, Tod und Todesursache gemäß Sterbeurkunde. Gemessen wurden Patientenmerkmale, Komorbiditäten, SE-Ursachen, Einweisungen in die Intensivstation und mechanische Beatmung bei der ersten SE. Unter 37.930 Patienten (46,4 % weiblich; medianes Alter 55 Jahre; Interquartilbereich [IQR] 30–71]) betrug die Drei-Jahres-Rezidivrate 16,7 % (95 % KI 16,3–17,1), die Mortalitätsrate lag bei 25 % (95 % KI 24,5–25,4). Faktoren, die bereits bei dem ersten SE vorlagen und mit einem Rezidiv innerhalb von drei Jahren assoziiert waren, waren jüngeres Alter (Hazard Ratio [HR] 2,21; 95 % KI 1,90–2,58; für die Altersgruppe < 1 im Vergleich zu 10–19 Jahren), Epilepsie in der Anamnese vor dem ersten SE (HR 1,73; IQR 1,63–1,84), Alkoholkonsum (HR 1,37; 95 % KI 1,27–1,48), entfernte und progressive Ursachen, Komorbiditäten und längere mechanische Beatmung (HR 1,21; 95 % KI 1,11–1,32). Progressive Erkrankungen und eine höhere Anzahl von Begleiterkrankungen trugen auch zu einer erhöhten Mortalität bei. Speziell mit einer erhöhten Mortalität, nicht aber mit einem Rezidiv assoziiert waren männliches Geschlecht (HR 1,24; 95 % KI 1,19–1,30) und ein höheres Alter. Die Haupttodesursachen nach drei Jahren waren Tumore (32,1 %), Herz-Kreislauf-Erkrankungen (20,2 %) und Infektions- oder Atemwegserkrankungen (8,3 %). (ej)
Mehr erfahren zu: "Neue Technik macht Natriumgehalt in Astrozyten sichtbar" Neue Technik macht Natriumgehalt in Astrozyten sichtbar Das Element Natrium spielt für die Funktion des Nervensystems eine zentrale Rolle. Ein internationales Forschungsteam hat nun die Natriumkonzentration in Astrozyten, speziellen Zellen im Gehirn, genauer untersucht. Die Forschenden entwickelten […]
Mehr erfahren zu: "DGS kündigt klinische Studien zu Cannabis in der Schmerzmedizin an" DGS kündigt klinische Studien zu Cannabis in der Schmerzmedizin an Die Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin (DGS) hat beim Medizinal Cannabis Congress in Berlin über die Versorgungssituation chronischer Schmerzpatienten gesprochen und neue klinische Studien zum Einsatz von Medizinal-Cannabis in der Schmerzmedizin […]
Mehr erfahren zu: "Demenzrisiko ist schon in jungen Jahren sichtbar" Demenzrisiko ist schon in jungen Jahren sichtbar Eine Studie der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig zeigt, dass ein etablierter Demenzrisiko-Index bereits bei jungen Erwachsenen im Alter von 20 bis 39 Jahren mit Unterschieden in der geistigen Leistungsfähigkeit […]