Studie hebt Bedeutung der Belegärzte hervor27. Februar 2020 Belegärzte sind niedergelassene Ärzte, die in einem Krankenhaus Betten mit ihren Patienten belegen können. Foto: Syda Productions – stock.adobe.com Eine Studie der Universität Köln ergibt, dass Belegärzte einen wesentlichen Beitrag zur Sicherstellung der stationären Versorgung in ländlichen Regionen leisten. Die Sicherstellung der Krankenhausversorgung sei in Gefahr, wenn das Belegarztwesen nicht durch eine Vergütungsreform abgesichert wird, kommentiert das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung in der Bundesrepublik Deutschland (Zi). “Vertragsärzte leisten als Belegärzte vor allem in ländlichen Regionen Deutschlands einen ganz maßgeblichen Beitrag zur Sicherstellung der stationären Versorgung. Ohne sie würde in immer mehr Fachabteilungen der Kliniken das Licht ausgehen. Die Leidtragenden wären die Patientinnen und Patienten, die immer weitere Wege zum nächsten Krankenhaus auf sich nehmen müssten. Denn unattraktive finanzielle Rahmenbedingungen führen dazu, dass es für Vertragsärzte wenig reizvoll ist, belegärztlich tätig zu sein. Um dem entgegenzuwirken, muss das belegärztliche System dringend durch eine umfassende Vergütungsreform abgesichert werden”, forderte der Zi-Vorstandsvorsitzende Dr. Dominik von Stillfried, anlässlich der Veröffentlichung der durch das Zi geförderten Studie „Das Belegarztwesen im sektorenübergreifenden Wettbewerb: Versorgungsspektrum, Interdependenzen und Versorgungsunterschiede“. Verfasst wurde das Gutachten am Institut für Medizinsoziologie, Versorgungsforschung und Rehabilitationswissenschaft der Universität Köln. Immer weniger Belegabteilungen Insgesamt weist die Studie, die im Rahmen der jährlichen Forschungsförderung des Zi unterstützt wurde, einen starken Rückgang der Belegabteilungen in deutschen Krankenhäusern aus. Zwischen 2012 und 2017 sank die Zahl der in den strukturierten Qualitätsberichten dokumentierten Belegabteilungen von 1403 auf 1201. Dieser Rückgang kann jedoch nicht zwangsläufig mit einer Substitution der Versorgungsstrukturen in Hauptabteilungen oder in nicht bettenführenden Abteilungen erklärt werden. Generell wird in den Fachgebieten Urologie, Orthopädie, Gynäkologie, Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde und Augenheilkunde noch ein nennenswerter Versorgungsanteil über belegärztliche Abteilungen erbracht. Nimmt man die Verbreitung der belegärztlichen Abteilungen auf der Ebene der Stadt- und Landkreise in den Blick, fällt auf, dass in den belegärztlich häufig tätigen Fachgebieten, wie der Hals-Nasen-Ohrenheilkunde sowie der Augenheilkunde, Belegabteilungen oftmals alleiniger stationärer Versorger im Kreis sind. Somit tragen sie in einigen Fachgebieten maßgeblich zum Erhalt der stationären Versorgung bei, insbesondere in Bayern, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Rheinland-Pfalz mit anteilig 16 bis 20 Prozent. (Zi/ms)
Mehr erfahren zu: "Tadalafil: Langzeiteinnahme mit erhöhtem Glaukomrisiko assoziiert" Tadalafil: Langzeiteinnahme mit erhöhtem Glaukomrisiko assoziiert Das zur Behandlung der erektilen Dysfunktion, aber auch Symptomen des unteren Harntrakts (LUTS) eingesetzte Tadalafil könnte das Glaukomrisiko erhöhen. Darauf deutet eine große Kohortenstudie im Fachjournal „British Journal of Ophthalmology“ […]
Mehr erfahren zu: "Neue Moleküle gegen hartnäckige Tumore" Neue Moleküle gegen hartnäckige Tumore Forschende aus Basel und Cambridge haben mit den Phagocytic Synapse Enhancers kleine Moleküle entwickelt, die Immuntherapien gegen Krebs effizienter machen könnten. Sie bestärken Fresszellen darin, Krebszellen zu verschlingen, und verändern […]
Mehr erfahren zu: "Die Kinderurologie im Karussell der Gesundheitspolitik" Die Kinderurologie im Karussell der Gesundheitspolitik Unter dem Titel „Die Kinderurologie im Karussell der Gesundheitspolitik“ beleuchtet am Freitag, 18. September, 15:00–16:30 Uhr, ein Forum beim 78. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Urologie (DGU) den schweren Stand […]