Studie: Leipziger Operationsmethode bei Gebärmutterhalskrebs mit Vorteilen gegenüber Standardtherapie11. Juli 2024 Prof. Michael Höckel (l.) und Prof. Bahriye Aktas gemeinsam im OP. | Quelle: Jun-Prof. Benjamin Wolf | Copyright: Universität Leipzig In einer fast zehn Jahre andauernden Vergleichsstudie wurde die Standardbehandlung bei Gebärmutterhalskrebs mit der an der Universitätsmedizin Leipzig praktizierten neuen Operationsmethode, der Totalen Mesometrialen Resektion (TMMR) verglichen. Das Resultat: Sowohl das Risiko zu versterben als auch das Risiko eines erneuten Auftretens der Krankheit war nach der TMMR wesentlich geringer. Die Studienergebnisse wurden in der Fachzeitschrift „eClinicalMedicine“ wissenschaftlich publiziert. Bereits vor gut 20 Jahren wurde vom damaligen Direktor der Leipziger Universitätsfrauenklinik, Prof. Michael Höckel, eine neue Operationsmethode zur Behandlung von Patientinnen mit Gebärmutterhalskrebs entwickelt, die TMMR. Die Methode basiert auf dem ontogenetischen Krebsfeldmodell, das das örtliche Ausbreitungsmuster eines bösartigen Tumors aus der Embryonalentwicklung seines Ursprungsgewebes ableitet. Bei der Operation werden Gewebestrukturen mit hohem Risiko des Krebsbefalls entfernt, die bei der herkömmlichen Operationsmethode zurückgelassen werden. Dafür werden andere Strukturen trotz ihrer Nähe zum Tumor verschont, die für die Funktion angrenzender Organe, wie zum Beispiel der Harnblase, wichtig sind. Während bei der herkömmlichen Operation in bis zur Hälfte der Fälle noch eine anschließende Bestrahlung der Patientinnen nötig ist, kann bei der TMMR darauf komplett verzichtet werden. In der aktuell publizierten Studie wurde nun erstmals die Leipziger Operationsmethode direkt mit der konventionellen Behandlungsstrategie verglichen. In einer Studie haben Prof. Bahriye Aktas, Direktorin der Klinik und Poliklinik für Frauenheilkunde am Universitätsklinikum Leipzig und Prof. Henrik Falconer vom Karolinska Institut in Stockholm samt ihren Teams 1007 Frauen mit Gebärmutterhalskrebs, die in der Zeit von 2011 bis 2020 behandelt wurden, analysiert. Hierbei wurden mittels statistischer Verfahren die Daten aus der Universitätsmedizin Leipzig direkt mit denen aus Schweden – wo konsequent die klassische Behandlung bestehend aus OP und Bestrahlung angewandt wird – verglichen. Während 91,2 Prozent der Frauen mit frühem Gebärmutterhalskrebs, die mit TMMR therapiert wurden, nach fünf Jahren tumorfrei waren, war dies nur bei 81,8 Prozent der Frauen der Fall, die eine konventionelle Therapie erhielten. Das Risiko an der Tumorerkrankung zu versterben, lag im untersuchten Zeitraum in der Leipziger Kohorte sogar um rund 58 Prozent niedriger. „Die Ergebnisse bestätigen, dass unser Team in Leipzig mit der Krebsfeldchirurgie auf dem richtigen Weg ist. Die nun vorliegenden Daten werden weiter zur nationalen und internationalen Verbreitung von Prinzip und Praxis der in Leipzig entwickelten Krebsoperationen beitragen und mehr Patientinnen mit Zervixkarzinom, aber auch mit anderen gynäkologischen Krebserkrankungen heilen”, erklärt Aktas.
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