Studie: Passivrauchen erhöht möglicherweise Asthmarisiko für Familienmitglieder auch nachfolgender Generationen5. Oktober 2022 Foto: © Ralf Geithe/stock.adobe.com Laut einer kürzlich veröffentlichten Studie erkranken Kinder mit höherer Wahrscheinlichkeit an Asthma, wenn ihre Väter in der eigenen Kindheit Passivrauch ausgesetzt waren. Die von den Forschenden der Universität Melbourne (Australien) geleitete Untersuchung zeigt auch, dass das Asthmarisiko von Kindern noch höher ist, wenn ihr Vater in der Kindheit gegenüber Passivrauch exponiert war und später selbst rauchte. Laut den Wissenschaftlern machen ihre Ergebnisse deutlich, wie der Tabakkonsum die Gesundheit nicht nur von Rauchern und deren Kindern, sondern auch von deren Enkelkindern schädigen kann. Die Studie basierte auf Daten der Tasmanian Longitudinal Health Study (TAHS). Diese startete 1968 und gilt als eine der weltweit größten und am längsten laufenden Atemwegsstudien. Für die TAHS untersuchten die Forschenden 1689 Kinder, die in Tasmanien aufgewachsen sind, sowie deren Väter und Großeltern väterlicherseits. Die Wissenschaftler verglichen Daten dazu, ob die Kinder bis zum Alter von sieben Jahren an Asthma erkrankt waren, mit Daten darüber, ob die Väter aus einem Elternhaus stammten, in dem geraucht wurde, als sie jünger waren als 15 Jahre. Die Autoren schlossen auch Daten darüber in ihre Analyse ein, ob es sich bei den Vätern selbst um aktuelle oder ehemalige Raucher handelte. Jiacheng Liu von der Melbourne School of Population and Global Health, einer der Verfasser der aktuellen Auswertung, erklärt: „Wir haben festgestellt, dass das Risiko für nichtallergisches Asthma bei Kindern um 59 Prozent steigt, wenn ihre Väter in der Kindheit Passivrauch ausgesetzt waren, im Vergleich zu Kindern, bei deren Vätern dies nicht der Fall war. Das Risiko war mit 72 Prozent sogar noch höher, wenn die Väter gegenüber Passivrauchen exponiert gewesen waren und später selbst rauchten.“ Laut Dr. Dinh Bui von der Melbourne School of Population and Global Health zeigen die Ergebnisse, wie sich die durch das Rauchen verursachten Schäden nicht nur auf Raucher, sondern auch auf deren Kinder und Enkel auswirken können: „Für Männer, die als Kinder Passivrauchen ausgesetzt waren, deutet unsere Studie darauf hin, dass sie das Risiko, das sie an ihre eigenen Kinder weitergeben, immer noch verringern können, wenn sie selbst das Rauchen vermeiden.“ Obwohl die Forscher nicht sicher sein können, wie dieser Schaden über Generationen weitergegeben wird, glaubt Prof. Shyamali Dharmage von der University of Melbourne, der die TAHS-Studie leitete, dass dies möglicherweise mit epigenetischen Veränderungen zu tun hat. „Hier interagieren Faktoren in unserer Umwelt wie Tabakrauch mit unseren Genen und verändern deren Expression. Diese Veränderungen können vererbt werden, können aber für jede Generation teilweise reversibel sein“, erklärt der Forscher. „Es ist möglich, dass Tabakrauch epigenetische Veränderungen in den Zellen hervorruft, die später Spermien produzieren, wenn Jungen heranwachsen. Diese Veränderungen können dann an ihre Kinder weitergegeben werden.“ Die Wissenschaftler werden nun untersuchen, ob das erhöhte Asthmarisiko bis ins Erwachsenenalter anhält und ob Väter, die als Kind Passivrauchen ausgesetzt waren, eine Zunahme von Allergien oder anderen Lungenerkrankungen an ihre Kinder weitergeben.
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