Studie prüft Therapieverkürzung nach Stent-Implantation bei Patienten mit Vorhofflimmern24. April 2026 Ein Stent wird minimalinvasiv in den Herzkranzgefäßen platziert. (Foto: ©Universitätsklinikum Freiburg/Britt Schilling) Kann die Thrombozytenaggregationshemmung bei Patienten mit Vorhofflimmern, denen aufgrund einer koronaren Herzkrankheit ein Stent eingesetzt wurde, sicher verkürzt werden? Dieser Frage geht die bundesweit geplante Studie SATURN nach. Bislang werden Patienten mit Vorhofflimmern, die einen Koronarstent erhalten, üblicherweise für sechs Monate mit einem Thrombozytenaggregationshemmer behandelt. Dieser soll vor Blutgerinnseln und einem Verschluss des Stents schützen. Gleichzeitig erhöht sich damit jedoch das Risiko für schwere Blutungen. Doch kann die Therapie verkürzt werden, ohne das Risiko für Restenosen und schwere kardiovaskuläre Ereignisse zu erhöhen? Das soll die bundesweite Studie SATURN (Shortened Antiplatelet Therapy in patients Undergoing stent implantation with atRial fibrillatioN) prüfen, die am Universitätsklinikum Freiburg geplant wurde. Wie das Universitätsklinikum kürzlich mitteilte, wird die Studie mit vier Millionen Euro von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert. Sichere Senkung des Blutungsrisikos möglich? In SATURN wird untersucht, ob der P2Y12-Hemmer Clopidogrel bereits 30 Tage nach der Stent-Implantation abgesetzt werden kann, ohne das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall oder einen Verschluss des Stents zu erhöhen. An der Studie sollen mehr als 1500 Patienten in 30 spezialisierten Zentren in Deutschland teilnehmen. Sie soll Ende des Jahres starten und 2029 erste Ergebnisse liefern. „Bei jedem siebten Patienten kommt es bei der derzeitigen Behandlung zu Blutungskomplikationen“, sagt SATURN-Studienleiter Prof. Christoph B. Olivier, Oberarzt an der Klinik für Kardiologie und Angiologie des Universitätsklinikums Freiburg. „Mit der SATURN-Studie wollen wir herausfinden, ob weniger Medikamente für viele Betroffene genauso sicher sind und ihnen zugleich belastende Nebenwirkungen ersparen.“ Lebensqualität und Patientensicht im Blick Ein besonderer Schwerpunkt von SATURN liegt auf der Sicht der Patienten. Gemeinsam mit der Deutschen Herzstiftung wurde darauf geachtet, neben medizinischen Risiken auch Fragen einzubeziehen, die den Alltag betreffen. Dazu gehören die Lebensqualität und die Sorge vor Blutungen. Fallen die Ergebnisse positiv aus, könnte die Studie dazu beitragen, die Behandlung von Patienten mit Vorhofflimmern nach einer Stent-Implantation zu vereinfachen und zugleich sicherer zu machen. Prof. Dirk Westermann, Ärztlicher Direktor der Klinik für Kardiologie und Angiologie des Universitätsklinikums Freiburg, betont die Bedeutung des Forschungsvorhabens: „Die Studie greift eine hochrelevante Frage aus der Versorgung von Patient:innen auf: Wie können wir wirksam vor Komplikationen schützen und gleichzeitig Blutungen vermeiden? Genau solche Studien sind wichtig, um die Behandlung weiter zu verbessern und noch stärker an den Bedürfnissen der Betroffenen auszurichten.“
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