Studie zeigt: Internistische Versorgung stabil3. November 2022 © Photographee.eu – stock.adobe.com (Symbolbild) Internistinnen und Internisten tragen immer mehr dazu bei, die hausärztliche Versorgung der Bevölkerung sicherzustellen. Das ist ein Ergebnis einer Studie, die das Fachgebiet „Management im Gesundheitswesen“ der TU Berlin zusammen mit der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin e.V. (DGIM) erstellt hat. Nach Auswertung von Statistiken und Abrechnungsdaten kommen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu dem Schluss, dass die Ambulantisierung in einzelnen Schwerpunkten der Inneren Medizin, wie etwa der Gastroenterologie, medizinisch sinnvoll ist und fortschreiten wird. Die DGIM fordert daher, die Vergütungssysteme im ambulanten und stationären Sektor über Hybrid-DRG anzupassen. Die Innere Medizin durchlebt derzeit in verschiedener Hinsicht einen Wandel: So ist seit 2011 der Anteil an Internistinnen von circa 30 auf nunmehr 40% gestiegen, der der Gruppe unter 40 Jahren von 15 auf 18%. „Diese Entwicklung zeigt: Die Innere Medizin wird weiblicher und jünger. Sie ist zukunftsfähig aufgestellt und sehr attraktiv für den ärztlichen Nachwuchs“, freut sich Prof. Ulf Müller-Ladner, Vorsitzender der DGIM. Dies zeigt sich auch in der stetig wachsenden Zahl an praktizierenden Internistinnen und Internisten, die laut Ärztestatistik der Bundesärztekammer im Jahr 2020 bei über 58.000 lag. Dennoch hat sich rechnerisch die Zahl der Vollzeit-Stellen in der Inneren Medizin kaum verändert, da immer mehr Ärztinnen und Ärzte in Teilzeit arbeiten. „Viele junge Leute wünschen sich familienfreundliche Arbeitszeiten“, erklärt Prof. Dirk Müller-Wieland aus Aachen, der den Bericht zusammen mit Prof. Norbert Suttorp aus Berlin für die DGIM-Kommission „Struktur der Krankenversorgung“ miterarbeitet hat. Zugleich wächst auch die Zahl der angestellten Internistinnen und Internisten. „Die Ergebnisse der Studie offenbaren zum einen den Bedarf nach einer modernen Arbeitsplatzgestaltung mit Jobsharing und flexiblen Arbeitszeitmodellen“, so Suttorp. „Zum anderen wird deutlich, dass dennoch weiterhin internistisches Fachpersonal in der Versorgung fehlt und weiter politische Anreize geschaffen werden müssen.“ Stärkung der hausärztlichen Internisten gefordert Mehr als 16.700 Internistinnen und Internisten tragen dazu bei, die hausärztliche Versorgung der Bevölkerung zu sichern – inzwischen stellen sie über 30% der Hausärztinnen und Hausärzte in Deutschland. „Diese Kolleginnen und Kollegen sind heute aus der hausärztlichen Versorgung nicht mehr wegzudenken; dennoch sind sie in vielen Punkten den hausärztlichen Allgemeinmedizinern, deren Zahl eher abnimmt, nach wie vor nicht gleichgestellt“, konstatiert DGIM-Generalsekretär Prof. Georg Ertl und verweist auf Differenzen etwa in der Weiterbildung oder bei der Abrechnung bestimmter Untersuchungen und Behandlungen. Nun sei es an der Politik, diese Barrieren abzubauen, um die hausärztliche Versorgung attraktiver zu machen und so das Versorgungsproblem in Deutschland zu beseitigen. Der Bericht zeigt außerdem, dass Eingriffe, die einst stationär im Krankenhaus behandelt wurden, zunehmend ambulant in Facharztpraxen oder Medizinischen Versorgungszentren durchgeführt werden. „Vor allem die Gastroenterologie, aber auch die Kardiologie nehmen dabei eine Vorreiterrolle ein“, erklärt Müller-Wieland. Um diesen Prozess fortzusetzen, sei es wichtig, die von der Ampelkoalition im Koalitionsvertrag angekündigten Hybrid-DRG schnell umzusetzen. Mit diesem Instrument sollen die bislang getrennten Vergütungssysteme für ambulant und stationär erbrachte Leistungen verbunden werden. „Dafür braucht es klar definierte Strukturvorgaben, aber auch eine Orientierung an Komplexität und Schweregrad des Eingriffs, damit es weder in den Praxen noch in den Kliniken und vor allem bei unseren Patienten keine Verlierer gibt“, so DGIM-Generalsekretär Ertl. Der Zugang zu ambulanten Leistungen für die Kliniken kann auch einen wichtigen Beitrag leisten und zunehmend Voraussetzung für die Weiterbildung in der Inneren Medizin und ihren Schwerpunkten sein. Bei allen Umgestaltungsprozessen im Gesundheitswesen sei es wichtig, das Wohl der Patientinnen und Patienten ins Zentrum zu stellen. „Das Patienten-zentrierte Konzept des Ärzte Codex „Medizin vor Ökonomie“ der DGIM bietet hierbei auch langfristig eine Orientierung“, so Prof. Petra-M. Schumm-Draeger aus München, Co-Vorsitzende der Kommission „Struktur der Krankenversorgung“ und Initiatorin des Ärzte Codex. Quelle: Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin e. V., 24.10.2022
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