Susanna-Glaukom-Drainagesystem zeigt sich langfristig wirksam und sicher

Glaukom-OP.(Symbolbild.)Bild:©Drazen-stock.adobe.com

Eine Studie aus Brasilien hat ergeben, dass das Susanna-Glaukom-Drainagesystem zu einer anhaltenden Senkung des Augeninnendrucks (IOD) und einer Reduzierung der Medikamentendosis über einen Zeitraum von fünf Jahren führen kann.

Ziel der Studie war es, die Fünf-Jahres-Ergebnisse des Susanna-Glaukom-Drainagesystems bei der Behandlung von Glaukom zu bewerten. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Forschenden in der Fachzeitschrift „Journal of Glaucoma“.

Für die Analyse zogen die Wissenschaftler die Krankenakten von konsekutiven Patienten mit Glaukom (Alter ≤18 Jahre), denen zwischen Januar 2017 und Januar 2020 ein Susanna-Glaukom-Drainagesystems implantiert worden ist, ein. Als primären Endpunkt legten die Forschenden den Behandlungserfolg fest. Dieser wurde als IOD ≥ 6 und < 18 mmHg ohne Verlust der Lichtwahrnehmung und ohne erneute Glaukomoperation definiert. Zu den sekundären Endpunkten zählten der IOD, eine blutdrucksenkende Therapie, unerwünschte Ereignisse sowie chirurgische Eingriffe.

Susanna-Glaukom-Drainagesystem zeigt kumulative Erfolgsrate von 80,9 Prozent

In die Analyse wurden insgesamt 104 Patienten einbezogen. Dabei betrug das durchschnittliche Alter der Patienten 60,8 ± 17,6 Jahre. Der durchschnittliche präoperative IOD lag bei 29,9 ± 11,6 mmHg bei Einnahme von 2,8 ± 0,9 Glaukom-Medikamenten.

Die Studienautoren ermittelten nach fünf Jahren eine kumulative Erfolgsrate von 80,9 Prozent. Der IOD und der Medikamenteneinsatz zeigten sich bei allen postoperativen Kontrollterminen signifikant reduziert. Der mittlere IOD lag nach fünf Jahren bei 13,4 ± 3,6 mmHg (Reduktion um 55,2 %, P < 0,001) und der mittlere Medikamenteneinsatz bei 1,9 ± 1,4 (Reduktion um 32,1 %, P < 0,001).

Als Hauptgrund für das Versagen gaben die Forschenden einen erhöhten IOD an (38,9 %). Bei fünf Patienten wurde eine Glaukom-Reoperation zur Senkung des IOD durchgeführt. Dabei wurden zwei Fälle mit einer Zyklophotokoagulation behandelt. Bei drei Patienten wurde hingegen eine zweite Implantation des Susanna-Glaukom-Drainagesystems im unteren Bereich vorgenommen. Zudem wurde in einem Fall ein durch Hypotonie bedingtes Versagen beobachtet. Unter den Fällen mit Versagen entwickelten laut der Analysen fünf Patienten einen signifikanten Sehverlust (27,8 %).

Die Studienautoren kommen zu dem Schluss, dass das Susanna-Implantat den IOD und die Medikamentenabhängigkeit über einen Zeitraum von fünf Jahren wirksam senken kann. Zudem zeigte das Implantat eine hohe Erfolgsrate (80,9 %) und eine anhaltende Druckkontrolle. Diese Ergebnisse untermauert den Autoren zufolge die langfristige Wirksamkeit des Susanna-Glaukom-Drainagesystems bei der Behandlung des refraktären Glaukoms.

(sas/BIERMANN)