Symptom-Management bei COPD18. August 2017 © pathdoc Die aus einer 2-jährigen Nachbeobachtung der DACCORD-Studie stammenden Daten zeigen, dass die meisten Patienten mit chronisch-obstruktiver Lungenkrankheit (COPD) eher selten an Exazerbationen leiden. Die Autoren der Studie glauben deshalb, dass bei der Versorgung der Mehrheit von COPD-Patienten das Symptom-Management im Mittelpunkt stehen sollte – ebenso wie der Einfluss, den diese Symptome auf den Alltag der Betroffenen haben. Zwar stelle die Vermeidung von Exazerbationen einen wichtigen Punkt dar, doch sollte selbst bei exazerbierenden Patienten das Management von Symptomen eine sehr wichtige Erwägung sein. Auch gehe aus den Daten der DACCORD-Studie hervor, dass die Progression einer COPD keine unvermeidliche Entwicklung ist, vorausgesetzt, dass die Patienten medikamentös behandelt werden. Bei DACCORD handelt es sich um eine nicht interventionelle Beobachtungsstudie, die in deutschen Zentren der Primär- und Sekundärversorgung durchgeführt wurde. Bei allen teilnehmenden Patienten war eine COPD klinisch und mittels Spirometrie nachgewiesen. Die Teilnehmer waren mindestens 40 Jahre alt und begannen bei Rekrutierung für die Studie entweder gerade mit einer Erhaltungstherapie oder stellten eine solche um. Einziges Ausschlusskriterium waren eine Asthmaerkrankung und die Teilnahme an einer randomisierten klinischen Studie. Daten zu Exazerbationen wurden alle 3 Monate erhoben. COPD-Medikation sowie Ergebnisse des COPD Assessment Tests (CAT) und die 1-Sekunden-Kapazität (FEV1) wurden zu Beginn der Studie und nach einem sowie nach 2 Jahren dokumentiert. In die Untersuchung aufgenommen wurden 6122 Patienten, 3137 (51,2 %) standen auch nach 2 Jahren noch zur Verfügung. Das Durchschnittsalter der Patienten lag bei 65,6 Jahren, 59 % waren Männer und 69 % litten an einer leichten bis moderaten Obstruktion der Atemwege. Der CAT-Gesamt-Score lag im Mittel bei 20,3. Insgesamt, so berichten die Studienautoren, sei während der 2-jährigen Nachbeobachtung eine Tendenz hin zu abnehmenden Exazerbationsraten beobachtet worden: Die Raten betrugen 0,390 in Jahr 1 und 0,347 in Jahr 2. Die Raten erwiesen sich bei solchen Patienten als niedriger, die in den 6 Monaten vor Einschluss in die Studie (0,263 in Jahr 1 bzw. 0,251 in Jahr 2) keine Exazerbationen erlitten hatten. In den 6 Monaten vor Rekrutierung und während der 2-jährigen Nachbeobachtung exazerbierten 51,6 % der Patienten nicht. Rund 50 % der Gesamtpopulation wies in Jahr 1 und Jahr 2 eine klinisch relevante Verbesserung in Bezug auf den CAT-Gesamt-Score auf. Autoren: Kardos P et al. Korrespondenz: Dr. Peter Kados, Lungenpraxis am Maingau, Scheffelstr. 33, 60318 Frankfurt/Main; [email protected] Studie: A two-year evaluation of the ‚real life‘ impact of COPD on patients in Germany: The DACCORD observational study Quelle: Respir Med 2017;124:57–64. Web: www.resmedjournal.com
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