Telemedizin bei IBD: Weniger Arztkontakte und Einweisungen14. November 2017 Foto: © kebox/Fotolia In einer niederländischen Studie hat sich gezeigt, dass ein telemedizinischer Ansatz in der Patientenbetreuung zum einen sicher ist und zum anderen die Anzahl der Inanspruchnahmen einer ambulanten Versorgung sowie Einweisungen im Vergleich zur Standardversorgung reduziert. Dieses Werkzeug zum Selbst-Management, so finden die Verfasser der aktuellen Studie, könne sich als nützlich erweisen, wenn es um die Neuorganisation der Versorgung von Patienten mit entzündlichen Darmerkrankungen auf dem Weg hin zu einer personalisierten und wertebasierten Gesundheitsversorgung geht. Die Wissenschaftler führten eine randomisierte Studie an 2 akademischen Lehrkrankenhäusern und an 2 anderen Hospitälern in den Niederlanden durch. Ambulante Patienten im Alter zwischen 18 und 75 Jahren, die an einer entzündlichen Darmerkrankung ohne ileoanale oder ileorektale Pouch-Anastomose litten, Zugang zum Internet hatten und Niederländisch sprachen, wurden nach Randomisierung entweder über das Telemedizin-System myIBDcoach oder standardmäßig betreut. myIBDcoach überwacht und registriert die Krankheitsaktivität. Die Patienten wurden über einen Zeitraum von 12 Monaten nachbeobachtet. Primäre Endpunkte der Untersuchung waren die Anzahl der ambulanten Arztkontakte und die von den Patienten angegebenen Versorgungsqualität. Letztere wurde mittels einer Analog-Skala von 0 bis 10 bestimmt. Sicherheitsendpunkte waren die Anzahl von Exazerbationen, die Häufigkeit der Einnahme von Corticosteroiden, die Anzahl der Krankenhauseinweisungen und der Besuche in der Notfallambulanz sowie der Operationen. Nach Randomisierung erhielten 465 Patienten die telemedizinische Versorgung und 444 die Standardversorgung. Es stellte sich nach 12 Monaten heraus, dass die durchschnittliche Anzahl der ambulanten Kontakte mit einem Gastroenterologen oder einer Krankenschwestern in der Telemedizin-Gruppe mit 1,55 signifikant niedriger war als in der Standard-Gruppe mit 2,34 (Differenz -0,79; 95%-Konfidenzintervall zwischen -0,98 und -0,59]; p<0,0001), ebenso wie die durchschnittliche Anzahl der Krankenhauseinweisungen (0,05 vs. 0,10; Differenz -0,05; 95%-KI zwischen -0,10 und 0,00]; p=0,046). Nach 12 Monaten berichteten beide Gruppen über eine durchschnittlich hohe Versorgungsqualität (8,16 in der Telemedizin-Gruppe vs. 8,27 in der Standard-Gruppe; Differenz 0,10; 95%-KI zwischen -0,13 und 0,32; p=0,411). Die durchschnittliche Anzahl von Exazerbationen, Corticosteroiden, notfallmedizinischen Kontakten und Operationen unterschied sich zwischen den Gruppen nicht.
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