Terbinafin und Griseofulvin: Keine Notwendigkeit für Routine-Labortests22. Mai 2019 © angellodeco – stock.adobe.com Terbinafin und Griseofulvin sind wirksame orale Medikamente zur Behandlung von Infektionen mit Dermatophyten, die aber im Ruf stehen, mit hepatischen und hämatologischen Abweichungen assoziiert zu sein. Die Prävalenz der Erhöhung der Alanin-Aminotransferase und der Aspartat-Aminotransferase, Anämie, Lymphopenie und Neutropenie unter Erwachsenen und Kindern, die die genannten Wirkstoffe einnehmen, galt bislang als ungeklärt. In einer retrospektiven Studie haben US-amerikanische Dermatologen Daten von 4985 Patienten (Durchschnittsalter 42,8 Jahre, 45,9 % Frauen und Mädchen) analysiert, die aufgrund von Infektionen mit Dermatophyten mit Terbinafin (n=4.309), Griseofulvin microsize (n=634) oder Griseofulvin ultramicrosize (n = 159) behandelt wurden. Exkludiert wurden Patienten, die eine Fallgeschichte vorausgehender hepatischer oder hämatologischer Erkrankungen aufwiesen oder eine begleitende Therapie mit oralem Ketoconazol, Amphotericin oder Itraconazol durchführten. Die Autoren ermittelten eine niedrige Rate von Resultaten aus Labortests, die auf Anomalien nach Medikation mit Terbinafin oder Griseofulvin schließen lassen. Wenn solcherlei Anomalien auftraten, so waren sie zumeist von niedrigem Schweregrad (Grad 1: n=212 [93,4 %]) und bedurften keiner weiteren Labortests oder eines Absetzens der gegen Dermatophyten gerichteten Medikation. Erhöhungen der Alanin-Aminotransferase wurden selten festgestellt und waren in der Häufigkeit mit Baseline-Werten vergleichbar (61 [3,5 %] gegenüber 95 [3,6 %] bei Terbinafin; 2 [2,1 %] gegenüber 3 [3,7 %] bei Griseofulvin microsize; 0 gegenüber 2 [5,0 %] bei Griseofulvin ultramicrosize). Auch das Auftreten von erhöhter Aspartat-Aminotransferase, Anämie, Lymphopenie und Neutropenie erwies sich als selten und entsprach etwa den Baseline-Werten. Die genannten Laborparameter und Anomalien sind bei Erwachsenen wie Kindern, die aufgrund von Infektionen mit Dermatophyten Terbinafin oder Griseofulvin erhalten, als niedrig anzusehen und von den vor Behandlung erhobenen Werten kaum abweichend. Routineüberprüfungen durch Labortests sind nach Ansicht der Autoren überflüssig, sofern nicht zuvor schon hepatische oder hämatologische Anomalien vorliegen. (ah)
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