Therapieboot für Kinder sticht in See

Das Therapieboot “Aquamarin”. (Quelle: EvB Gruppe)

In Potsdam hat sich ein Krankenhaus für Kinder- und Jugendpsychiatrie etwas Besonderes einfallen lassen.

Am 9. Mai wurde in Potsdam das erste Therapieboot für Kinder und Jugendliche in Deutschland feierlich getauft und übergeben. Das Projekt „Seelenanker“, ein Vorhaben der Kinderhilfe Potsdam e.V. (KIHI) mit der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie am Klinikum Ernst von Bergmann, schafft damit Therapieplätze für Kinder und Jugendliche mit psychischen Erkrankungen und einen einzigartigen Raum für ihre Heilung.

Das Besondere an diesem Therapieansatz ist die systematische Integration der heilenden Wirkung der Natur in den Genesungsprozess. Die Behandlung durch das multiprofessionelle Team wird somit durch die Umgebung noch intensiviert: Auf der speziell angefertigten „Aquamarin“ können Kinder und Jugendliche in einem ruhigen und naturnahen Umfeld behandelt werden, wodurch die wissenschaftlich belegten positiven Effekte der Natur auf die psychische Gesundheit einbezogen werden. Für das Projekt waren rund 600.000 Euro an Spenden gesammelt worden.

Gesundheit werde meist als rein körperliche Gesundheit verstanden, sagte Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) bei der Einweihungsfeier. Die psychische Gesundheit werde bei diesem Blick etwas vernachlässigt. Dabei sei auch in jungen Jahren eine gute psychische Gesundheit grundlegend und wichtig. Er wünsche dem neuen Boot „Aquamarin“ immer eine „Handbreit Wasser unter dem Kiel“.

Günther Jauch moderierte die Feierlichkeiten

Unter den Spendern finden sich zahlreiche Prominente: Der Rapper Kontra K steuerte nach Angaben des Klinikums 50.000 Euro bei, auch die Sängerin Annette Humpe, Ex-Bild-Chefredakteur Kai Diekmann und Kabarettist Eckart von Hirschhausen zählen zu den Spendern. Die Moderation der Feierlichkeiten übernahm Günther Jauch. 

Ab Mitte Mai sollen die Kinder und Jugendlichen im Hafen von Ketzin mit Therapeuten ablegen können. Insgesamt zehn Therapieplätze gibt es auf dem Boot. In Zukunft soll ein zweites Boot angeschafft werden, um weiteren Kindern einen Zugang zur Behandlung in der Natur zu ermöglichen. Bis dahin ist es aber noch ein weiter Weg. Beim Spendensammeln stehen die Organisatoren noch am Anfang.