Therapien für HCC-Patienten auf Transplantations-Warteliste30. April 2018 Foto: © WoGi/Fotolia Bei Patienten, die an einem HepatozellulärenKarzinom (HCC) leiden und die auf der Warteliste für ein Spenderorgan stehen, zeigt sich bei dem Einsatz einer lokoregionalen Therapie (LRT) eine nicht signifikante Tendenz hin zu besseren Outcomes während der Zeit, in der sie auf ein Organ warten, sowie auch nach der Transplantation. Das hat eine aktuelle Studie ergeben. Die Autoren räumen allerdings ein, dass es bei der zur Verfügung stehenden Evidenz ein hohes Risiko für einen Selektions-Bias gibt. HCC-Patienten auf Transplantations-Wartelisten erhielten häufig eine LRT, so schreiben Prof. Laura Kulik von der Northwestern School of Medicine und Kollegen, um eine weitere Progression der Krebserkrankung zu verhindern oder die messbare HCC-Krankheitslast zu senken, damit die betroffenen Patienten bessere Chancen haben, transplantiert zu werden. Auf der Suche nach Evidenz für ein solches Vorgehen durchsuchte die Arbeitsgruppe Literaturdatenbanken nach entsprechenden Veröffentlichungen aus den Jahren 1996–2016. Die darin diskutierten Verfahren zur Überbrückung oder zum Down-Staging umfassten die Transarterielle/Transkatheter-Chemoembolisation, die Transarterielle Radioembolisation, die Ablation und die Strahlentherapie. In die Analyse eingeschlossen wurden sowohl vergleichende als auch nicht vergleichende Studien, randomisiert-kontrollierte Studien fanden sich keine. Für Erwachsene mit einem T1-HCC auf einer Transplantations-Warteliste wurden nur 2 nicht randomisierte vergleichende Studien gefunden – beide mit hohem Bias-Risiko –, in denen über ein hier relevantes Outcome berichtet wurde. In einer Serie betrug die Dropout-Rate (alle Ursachen) nach 6 Monaten bei T1-HCC-Patienten mit LRT 5,3 %, während die Dropout-Raten in anderen Serien mit T1-HCC-Patienten ohne LRT in einem Follow-up von median 2,4 Jahren bei 30 % lag und die Progressionsrate (Entwicklung zu einem T2-HCC) bei 88 %. Für Erwachsene mit einem T2-HCC die auf eine Transplantation warteten, ergaben alle überbrückenden Therapien eine nicht signifikante Reduktion des Risikos für einen Dropout aus der Warteliste aufgrund einer Progression (Relatives Risiko [RR] 0,32; 95 %-Konfidenzintervall [KI] 0,06–1,85; I2=0 %) oder aufgrund aller Ursachen (RR 0,38; 95 %-KI 0,060–2,70; I2=85,7 %) im Vergleich zu keiner Therapie. Das zeigten 3 vergleichende Untersuchungen. Aufgrund des hohen Bias-Risikos, Ungenauigkeit und Uneinheitlichkeit sei die Qualität der Evidenz sehr gering, kommentieren Kulik et al. Es gab 5 vergleichende Studien, in denen über die Überlebensraten nach der Transplantation berichtet wurde, und 10 vergleichende Untersuchungen, die Auskunft über Rezidive nach der Transplantation gaben: Bei keinem der Endpunkte waren signifikante Unterschiede zu beobachten. Zu Erwachsenen mit einem initialen T3-HCC, die eine LRT erhielten, gab es 3 Arbeiten, in denen über ein Down-Staging im Vergleich zu einem Verzicht darauf berichtet wurde: Diese ergaben einen signifikanten Anstieg der 1-Jahres (2 Studien: RR 1,11; 95 %-KI 1,01–1,23) und 5-Jahres-Überlebensraten nach Transplantation (1 Studie: RR 1,17; 95 %-KI 1,03–1,32) für Patienten, die eine LRT erhalten hatten. Aufgrund eines hohen Risikos für eine Bias und Ungenauigkeit sei auch hier die Evidenzqualität sehr gering, schreiben Kulik et al.
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