Ticagrelor und ASS nach Schlaganfall oder transitorischer ischämischer Attacke16. Oktober 2020 © peterschreiber.media – stock.adobe.com Die THALES-Studie hat die Einnahme von Ticagrelor und ASS zur Verhinderung eines Schlaganfalls nach einem ischämischen Schlaganfall oder einer transitorischen ischämischen Attacke (TIA) untersucht. Bei Patienten mit einem leichten bis mittelschweren akuten, nicht kardioembolischen ischämischen Schlaganfall (National-Institutes-of-Health-Stroke-Scale-Score ≤5) oder einer TIA, bei denen keine intravenöse oder endovaskuläre Thrombolyse durchgeführt wurde, war das Risiko für einen kombinierten Endpunkt aus Schlaganfall oder Tod innerhalb von 30 Tagen mit Ticagrelor/ASS geringer als mit ASS allein. Allerdings unterschied sich die Inzidenz von Behinderungen zwischen den beiden Gruppen nicht signifikant. Hinzu kommt, dass schwere Blutungen unter Ticagrelor häufiger auftraten. Im Rahmen der Studie waren die Teilnehmer innerhalb von 24 Stunden nach Auftreten der Symptome im Verhältnis 1:1 für eine 30-tägige Behandlung mit entweder Ticagrelor (180-mg-Ladedosis, gefolgt von 2-mal täglich 90 mg) plus ASS (300–325 mg am 1. Tag, gefolgt von 75–100 mg täglich) oder ein passendes Placebo plus ASS randomisiert worden. Der primäre Endpunkt war eine Kombination aus Schlaganfall oder Tod innerhalb von 30 Tagen. Sekundäre Endpunkte waren der 1. nachfolgende ischämische Schlaganfall und die Inzidenz von Behinderungen innerhalb von 30 Tagen. Insgesamt 11.016 Patienten seien randomisiert worden, berichtet das Team um Prof. S. Claiborne Johnston von der University of Texas at Austin, USA, 5523 für die Ticagrelor-ASS-Gruppe und 5493 für die ASS-Gruppe. Ein primäres Endpunktereignis verzeichneten die Autoren bei 303 Patienten (5,5%) in der Ticagrelor-ASS-Gruppe und bei 362 Patienten (6,6%) in der ASS-Gruppe (HR 0,83; 95%-KI 0,71–0,96; p=0,02). Ein ischämischer Schlaganfall trat bei 276 Patienten (5,0%) in der Ticagrelor-ASS-Gruppe und bei 345 Patienten (6,3%) in der ASS-Gruppe auf (HR 0,79; 95%-KI 0,68–0,93; p=0,004). Die Inzidenz von Behinderungen unterschied sich zwischen den beiden Gruppen nicht signifikant. Schwere Blutungen dokumentierten die Wissenschaftler bei 28 Patienten (0,5%) in der Ticagrelor-ASS-Gruppe und bei 7 (0,1%) in der ASS-Gruppe (p=0,001). Fazit Bei Patienten mit einem leichten bis mittelschweren akuten, nicht kardioembolischen ischämischen Schlaganfall oder einer TIA, bei denen keine intravenöse oder endovaskuläre Thrombolyse durchgeführt wurde, war das Risiko für einen kombinierten Endpunkt aus Schlaganfall oder Tod innerhalb von 30 Tagen mit Ticagrelor-ASS geringer als mit ASS allein. (sf) Autoren: Johnston SC et al. Korrespondenz: Clay Johnston; [email protected] Studie: Ticagrelor and Aspirin or Aspirin Alone in Acute Ischemic Stroke or TIA Quelle: N Engl J Med 2020;383(3):207–217. Web: https://doi.org/10.1056/NEJMoa1916870
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