Tipps der GOTS zur Vermeidung von Kreuzschmerzen im Sport24. Juni 2019 © leszekglasner AdobeStock Nicht nur Bewegungsmangel sondern auch Sport kann zu Kreuzschmerzen führen, wenn wichtige Punkte nicht beachtet werden. Welche das sind, dazu referiert Dr. Karin Pieber von der Sportordination Wien auf dem internationalen Kongress der Gesellschaft für Orthopädisch-Traumatologische Sportmedizin (GOTS), der in dieser Woche in Salzburg stattfindet. Laut der GOTS-Experten ist bei der individuellen Sportauswahl zu beachten, dass nicht jeder Sport für jeden gesund ist. Auch Trendsportarten, bei denen eine positive Wirkung auf Kreuzschmerzen beschrieben werden, zum Beispiel Bouldern, Yoga, Pilates können Beschwerden auslösen, wenn Sie nicht korrekt durchgeführt werden. Oder, wenn biomechanische Einschränkungen aufgrund bereits bestehender Verletzungen oder individueller anatomischer Konstitution nicht berücksichtigt werden. Grundsätzlich mache zudem auch beim Sport – bezogen auf Kreuzschmerzen – die Dosis das Gift. Kreuzschmerz trifft jede Altersgruppe. Frauen sind dabei häufiger betroffen. Die Schmerzen können vom Facettengelenk, der Bandscheibe, dem Iliosakralgelenk ausgehen oder auch von funktionellen Störungen wie Blockaden, Instabilitäten und muskulären Dysbalancen kommen. „Oft passen beim Kreuzschmerz der klinische Befund und die Bildgebung (Röntgen- bzw. MRT) nicht zusammen, da sich vor allem die funktionellen Störungen nicht in der Bildgebung darstellen lassen. Einerseits haben Sportler mit vielen Diagnosen in der Bildgebung teilweise geringe Beschwerden und andererseits kommen Sportler mit massiven Beschwerden trotz geringer Veränderungen in der Bildgebung zu mir in die Ordination“, so Pieber. „Eine entsprechend genaue Anamnese- und Statuserhebung inklusive manueller Untersuchungstechniken führt dann zur Diagnose und damit auch zur richtigen Behandlung des Sportlers.“ Die Bildgebung sei vor allem nach Traumata und anderen red flags indiziert. Für alle Sportarten ist grundsätzlich eine gestärkte Tiefenmuskulatur wichtig (core stability, Stammmuskulatur), so die Sportmediziner. Diese erreiche jeder mit einfachen Übungen, wie zum Beispiel „planken“ und Gleichgewichtsübungen, welche im Rahmen der Physiotherapie erlernt werden und dann regelmäßig zu Hause durchgeführt werden müssen. Ein weiterer wichtiger Punkt in der Physiotherapie sei der Ausgleich von muskulären Dysbalancen mit entsprechenden Dehnungs- und Kräftigungsübungen. Allgemein gesagt könne man sagen, dass Sportarten wie Schwimmen, Tanzen, Klettern, Yoga, Pilates oder Nordic walken in mäßiger individueller Intensität gesund sind. Nicht gesund sind nach Auffassung der Sportmediziner dagegen Sportarten mit einseitigen Belastungen und Kombinationen aus Rotations- und Flexions-/Extensionsbewegungen. Insgesamt sei der Sport jedoch immer mehr Option als Risiko. “Wichtig ist die individuelle Eignung, eine gute Betreuung durch einen Trainer und/oder Therapeuten, wenn es intensiver sein soll. Dazu die korrekte Durchführung sowie Präventivmaßnahmen, um Verletzungen und Überlastungen und damit auch dem lästigen Kreuzschmerz vorzubeugen”, so die GOTS-Experten.
Mehr erfahren zu: "Oberschenkelfraktur im Alter: Neue Leitlinie verbindet OP und Begleiterkrankungen" Oberschenkelfraktur im Alter: Neue Leitlinie verbindet OP und Begleiterkrankungen Die Behandlung von älteren Menschen mit einem hüftgelenknahen Oberschenkelbruch wird weiter verbessert. Grundlage dafür ist die neue S3-Leitlinie „Pertrochantäre Oberschenkelfrakturen“. Darauf hat die DGOU hingewiesen.
Mehr erfahren zu: "Die Vorbereitung auf den Ernstfall – eine „immense Herausforderung“" Die Vorbereitung auf den Ernstfall – eine „immense Herausforderung“ Das Thema „Katastrophen, Krisen, Krieg“ (3K) ist inzwischen die neue Normalität, die auch auf O&U-Kongressen abgebildet wird. In Baden-Baden wurde ein Rückblick, Update und Ausblick zur zivil-militärischen Zusammenarbeit geboten.
Mehr erfahren zu: "Weiterbildung in Deutschland und Österreich: „Gipfeltreffen“ auf dem VSOU-Kongress" Weiterbildung in Deutschland und Österreich: „Gipfeltreffen“ auf dem VSOU-Kongress In Deutschland wird zum Facharzt weitergebildet, in Österreich ausgebildet. Beides dauert 72 Monate. Wo die wichtigsten Gemeinsamkeiten, Unterschiede und jeweiligen Herausforderungen bei der Weiterbildung liegen, war Thema auf dem VSOU-Kongress.