Topische Kortikosteroide: Die Ängste der Patienten2. Januar 2018 © magele-picture – fotolia.com Die Angst vor topischen Kortikosteroide beruht auf negativen Gefühlen und Befürchtungen, die Patienten entweder selbst gemacht haben oder auch nur vom Hörensagen kennen. Diese Phobie kann sich als ausschlaggebender Faktor für einen Therapieabbruch oder zumindest für die nicht adhärente Durchführung der topischen Therapie erweisen. In der Literatur ist dieses Phänomen bislang nur selten beschrieben worden. Ein Medizinstudent aus Yale hat nun in einem Review, das in „JAMA Dermatology“ veröffentlicht wurde, die Prävalenz, die Entstehung sowie die Auswirkungen der TCS-Phobie auf die Therapie der Atopischen Dermatitis systematisch untersucht. Dazu wurden medizinische Datenbanken (Ovid, MEDLINE, EMBASE, PubMed Web of Science) auf diesbezügliche Artikel und Studien von 1946 bis heute durchsucht und analysiert. Von den 490 gefundenen Beiträgen erfüllten lediglich 16 die Einschlusskriterien; alle Studien waren als Querschnittuntersuchungen angelegt. Die Prävalenz für TCS-Phobie rangiert demnach zwischen 21 % (95 % Konfidenzintervall, 15,8-26,2 %) und 83,7 % (95 % Konfidenzintervall, 81,9-85,5 %). Es wurden signifikante Unterschiede festgestellt, was als „Phobie“ definiert werden kann; die Empfindungen der befragten Patienten schwankten dabei zwischen Besorgnis und irrationaler Furcht. Die Fragebögen, die in den Untersuchungen zur TCS-Phobie Verwendung fanden, wiesen 1 bis 69 Fragen auf. In 2 Studien, in welchen die Nichtadhärenz zwischen einer „ängstlichen Gruppe“ und einer „nicht-ängstlichen Gruppe“ untersuchten, kamen zu dem Ergebnis, dass die Nichtadhärenz in den „ängstlichen Gruppen“ signifikant höher lag (49,4 % gegenüber 14,1 % und 29,3 % gegenüber 9,8 %). Die Quellen, aus denen die befragten Patienten ihre Informationen über Kortikosteroide nahmen, umfassten Ärzte, Bekannte und Verwandte, Rundfunk- und Printmedien sowie das Internet. Viele Merkmale der TCS-Phobie werden von Patienten jedweder kultureller Hintergründe angeführt und dürften nach dem Fazit des Autoren und seines Mitarbeiters für Nichtadhärenz ausschlaggebend sein. Die Quellen, aus denen die Patienten ihre beängstigenden Informationen bezogen, könnten aber zukünftig für eine Verbesserung der Adhärenz bei der Behandlung genutzt werden. In der Kritik steht die uneinheitliche Verwendung des Begriffes „Phobie“ in der Literatur und der Mangel an Standardisierung und komparativen Methoden.
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