Training mit Blutflussrestriktion bei Patienten mit Erhaltungshämodialyse: Gehfähigkeit deutlich verbessert

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Chinesische Wissenschaftler untersuchten, wie sich ein Gehtraining mit Blutflussrestriktion im Vergleich zu einem in der klinischen Praxis üblichen Gehtraining bei Hämodialyse-Patienten auf die Gehfähigkeit auswirkt.

Menschen mit einer Erhaltungshämodialyse leiden häufig an einer Abnahme der Gehfähigkeit. Das verschlechtert die körperliche Funktion und beeinträchtigt oftmals auch die gesundheitsbezogene Lebensqualität (health-related quality of life, HRQOL).

Unabhängig davon gibt es eine neuartige Trainingsmethode, das Blutflussrestriktionstraining, bei der der venöse Blutfluss in den Gliedmaßen (Beinen oder Armen) während des gesamten Kontraktionszyklus und der Ruhephase durch eine Okklusionsmanschette gedrosselt wird. Dies führt zu einer teilweisen Einschränkung des arteriellen Zuflusses zum Muskel, vor allem aber zu einer Minderung des venösen Abflusses. Muskelwachstum und Kraft werden so mit geringer Belastung gefordert. Diese Art von Training wird gerne in der Rehabilitationstherapie angewendet, da es die Gelenke nicht belastet und geringe kardiovaskulare Risiken birgt.

Beobachtungszeitraum von 16 Wochen

Chinesische Wissenschaftler untersuchten jetzt, wie sich ein Gehtraining (walking training, WT) mit Blutflussrestriktion (blood flow restriction, WT-BFR) im Vergleich zu einem in der klinischen Praxis üblichen WT bei Hämodialyse-Patienten auf die Gehfähigkeit auswirkt. Und tatsachlich führt ihren Ergebnissen zufolge das Gehtraining mit WTBFR zu einer stärkeren Verbesserung der Gehfähigkeit als die übliche Behandlung. Diese einfache, auf Gehen basierende Methode könne daher eine wirksame ergänzende Maßnahme für Patienten sein, die mit Hämodialyse behandelt werden.

Für ihre Studie rekrutierten die Forscher 57 Patienten (Durchschnittsalter 54 Jahre) mit Erhaltungshämodialyse, die sie mittels Blockrandomisierung zufällig in drei Gruppen einteilten. Die Kontrollgruppe (CG, n=19) erhielt die übliche Versorgung. Patienten in der WT-Gruppe (n=19) bekamen acht Wochen lang eine Walking-Intervention mit geringer bis mittlerer Intensität und den Teilnehmern der WT-BFR-Gruppe (n=19) wurde die gleiche Intervention zuteil, wie der WT-Gruppe, zusätzlich erhielten sie aber während der Walking-Sitzungen eine 40- bis 50-prozentige BFR an den Beinen. Als primäre Endpunkte untersuchten die Wissenschaftler die Gehfähigkeit, körperliche Funktion, HRQOL, Angstzustande und Depressionen zu Beginn der Studie sowie nach acht und 16 Wochen.

Von Studienbeginn bis Woche acht waren die Verbesserungen der Gehfähigkeit in der WT-BFR- (mittlere Differenz [MD] 48,48; 95 %-KI 28,81–68,16) und der WT-Gruppe (MD 31,70; 95 %-KI 9,29–54,11) größer als in der CG. Nach 16 Wochen zeigte die WT-BFR-Gruppe ebenfalls eine stärkere Verbesserung der Gehfähigkeit als die WT-Gruppe (MD 34,63; 95 %-KI 8,90–60,36). In ähnlicher Weise zeigten die WT-BFR- und WT-Gruppen im Vergleich zur CG größere Verbesserungen der körperlichen Funktion und der krankheitsspezifischen Bereiche der HRQOL.

(jh)