Transition: Chronisch erkrankte Jugendliche benötigen Umstiegshilfen20. Februar 2018 Der Übergang von der Kinder- zur Erwachsenenversorgung ist auch für junge Patienten mit chronischen Darmerkrankungen nicht leicht. Mit dem ihrem 18. Geburtstag entfällt für chronisch erkrankte Jugendliche die Betreuung durch Kinder- und Jugendärzte. Sie müssen einen Wechsel in die Erwachsenenmedizin vollziehen, der oft schwer fällt, weil ein koordinierter Übergang bisher nur regional etabliert ist. Unter den betroffenen Jugendlichen sind auch viele, die unter chronischen Magen-Darm-Erkrankungen leiden. „Der Berufsverband der Magen-Darm-Ärzte (bng) sieht sich hier in der Verantwortung“, sagt die Sprecherin des Berufsverband Niedergelassener Gastroenterologen (bng), Dr. Dagmar Mainz. „Wir haben die Kindergastroenterologen in unseren Verband aufgenommen und eine Fachgruppe etabliert, die sich unter anderem der Übergangsproblematik annehmen wird.“ „Es gibt ein großes Spektrum typischer Krankheitsbilder, die chronische Verdauungsbeschwerden bei Kindern und Jugendlichen hervorrufen“, erklärt Dr. Ralph Melchior, der Sprecher der neuen bng-Fachgruppe der Kindergastroenterologen. „Das sind neben den funktionellen Beschwerden angeborene Fehlbildungen und Störungen, Motilitätsstörungen, chronisch-entzündliche Darmerkrankung (CED), Zöliakie, Malabsorptions- und Kurzdarmsyndrome, cystische Fibrose, Pankreatitis und Leberfunktionsstörungen.“ Niedergelassene Kindergastroenterologen führen laut dem bng ein Schattendasein. Bundesweit gibt es gerade einmal 25 speziell qualifizierte niedergelassene Kollegen. Entsprechend ist die Wahrnehmung innerhalb der bundesdeutschen Versorgungslandschaft. Kinder haben keine Lobby und die sie betreuenden Ärzte haben einen schweren Stand in der Konkurrenz zur Erwachsenenmedizin. „Wir hoffen über den bng mehr Gewicht in das Ringen um die finanziellen Ressourcen einbringen zu können, die für die Versorgung und Betreuung von chronisch erkrankten Kindern und Jugendlichen dringend benötigt werden. Darüber hinaus suchen wir die Kooperation, um den betroffenen Heranwachsenden einen reibungsloseren Übergang von der pädiatrischen in die Regelversorgung der Erwachsenenwelt zu ermöglichen.“
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