Trichlorethylen und Parkinson: Ursächlichkeit gilt als bestätigt27. Juli 2023 © Алексей Коза – stock.adobe.com (Symbolbild) Prof. Ray Dorsey von der University of Rochester Medical Center (USA) und seine Kollegen untersuchten in einer Studie den Zusammenhang zwischen Trichlorethylen (TCE) und Parkinson. Anhand einer Literaturrecherche und 7 anschaulichen Fällen postulieren sie, dass die allgegenwärtige Chemikalie zum weltweiten Parkinson-Anstieg beiträgt und dass TCE eine ihrer unsichtbaren und vermeidbaren Ursachen ist. Die Ätiologien der Parkinson-Krankheit ist noch unklar. Einige Ursachen, wie bestimmte genetische Mutationen und Kopfverletzungen, sind hingegen bekannt oder leicht zu identifizieren. Diese Ursachen oder Risikofaktoren sind allerdings nicht für die Mehrzahl der Parkinson-Fälle verantwortlich. Andere, weniger sichtbare Faktoren müssen daher eine Rolle spielen. Darunter befindet sich ein industrielles Lösungsmittel, der für seine wahrscheinliche Rolle bei Parkinson noch wenig bekannt ist: TCE. TCE ist ein einfaches Molekül aus 6 Atomen, das Kaffee entkoffeinieren, Metallteile entfetten und Kleidung trocken reinigen kann. Die farblose Chemikalie wurde erstmals 1969 mit Parkinsonismus in Verbindung gebracht. Seitdem haben 4 Fallstudien mit 8 Personen, die beruflich TCE ausgesetzt waren, gezeigt, dass es einen Zusammenhang zwischen TCE und Parkinson gibt. Darüber hinaus zeigte eine kleine epidemiologische Studie, dass die berufliche oder hobbymäßige Exposition gegenüber dem Lösungsmittel mit einem um 500% erhöhten Risiko für die Entwicklung von Parkinson assoziiert ist. In mehreren Tierstudien reproduzierte TCE sogar die pathologischen Merkmale einer Parkinson-Krankheit. Die Exposition ist aber nicht nur auf diejenigen beschränkt, die mit der Chemikalie arbeiten. TCE verschmutzt die Außenluft, verunreinigt das Grundwasser und kontaminiert die Raumluft. Das Molekül verdunstet wie Radon aus dem darunter liegenden Boden und Grundwasser und dringt oft unentdeckt in Häuser, Arbeitsplätze oder Schulen ein. Fazit Die Studienautoren postulieren, dass TCE zum weltweiten Parkinson-Anstieg beiträgt. Trotz weit verbreiteter Kontamination und zunehmender industrieller, kommerzieller und militärischer Verwendung sind die klinischen Untersuchungen zu dem Thema allerdings immer noch sehr begrenzt. Deshalb sollten laut den Autoren dringend Studien durchgeführt werden. (sh) Autoren: Dorsey ER et al. Korrespondenz: Ray Dorsey; [email protected] Studie: Trichloroethylene: An Invisible Cause of Parkinson’s Disease? Quelle: J Parkinsons Dis 2023;13(2):203–218. Web: https://doi.org/10.3233/JPD-225047
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