TU Dresden: Neue Kinderonkologin setzt auf schonendere und wirksamere Therapien

Prof. Michael Albrecht, Medizinischer Vorstand, Prof. Reinhard Berner, Direktor der Kinderklinik und Prof. Julia Hauer stehen an der Herzskulptur, die für die Aktion „100 Herzen“ zugunsten des Sonnenstrahl e.V. entstanden. (Foto: Uniklinikum Dresden/Holger Ostermeyer)

Seit Jahresbeginn leitet Prof. Julia Hauer den Bereich Pädiatrische Onkologie und Hämatologie der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden. Zugleich ist die Kinderärztin auf die Professur für pädiatrische Hämato-Onkologie der Medizinischen Fakultät der TU Dresden berufen worden.

Eines der Ziele der vom Universitätsklinikum Düsseldorf nach Dresden gewechselten Kinderonkologin ist es, am hiesigen Uniklinikum die Zahl der Stammzelltransplantationen bei Leukämien auszubauen und bei den dabei notwendigen Vorbehandlungen den Einsatz individueller Therapien wie zum Beispiel Antikörpertherapien zu forcieren.

„Die gegen die krankhaft veränderten weißen Blutkörperchen eingesetzten Antikörper wirken viel spezifischer als eine Chemotherapie. Durch sie lassen sich die entarteten Leukozyten so stark zurückdrängen, dass sie im Blut und Knochenmark nicht mehr nachweisbar sind. Allerdings fehlen uns noch Erkenntnisse über die langfristigen Erfolgsraten, weshalb sich für viele Patienten eine Stammzelltransplantation anschließt“, sagt die Ärztin. Ein weiterer Vorteil der Antikörper gegenüber der Chemotherapie sind die geringeren Nebenwirkungen: „Die Chemotherapie richtet sich gegen alle Zellen, die sich schnell teilen – also nicht nur gegen die Krebszellen, sondern auch gegen die Schleimhaut- oder Haarzellen.“ Antikörper bekämpfen dagegen ganz gezielt ausschließlich die Krebszellen, weshalb sie wirksamer sind und geringere Nebenwirkungen haben.

Als Wissenschaftlerin geht die Onkologin unter anderem der Frage nach genetischen Prädispositionen bei Krebserkrankungen im Kindes- und Jugendalter nach. Aktuelle Forschungen gehen davon aus, dass etwa zehn Prozent der Krebserkrankungen im Kindesalter durch eine vererbte Prädisposition begünstigt wurden. Ob diese Rate nicht doch höher liegt, können nur weitere Untersuchungen ergeben. Deshalb will Hauer allen Familien mit einem an Krebs erkranktem Kind entsprechende Untersuchungen anbieten. Bei der TRIO-Sequenzierung wird auch das Erbgut von Mutter und Vater untersucht und abgeglichen. Für diese Untersuchungen, die nicht von den Krankenklassen finanziert werden, benötigt die Krebsforscherin weitere Gelder. Dabei baut sie unter anderem auch auf die Unterstützung des Dresdner Sonnenstrahl e.V., für die sie erstmalig zur 2. Foodraising-Party am 19. Januar in der Gläsernen Manufaktur teilnehmen wird.