Tuberkulose in Städten häufiger als auf dem Land18. März 2019 Foto: © Zerbor/Fotolia Die Mehrzahl der bundesweit 5486 Tuberkuloseneuerkrankungen, die 2017 an das Robert Koch-Institut in Berlin gemeldet wurden, entfällt auf die Großstädte und Ballungsräume. Das zeigen aktuelle Karten des Leibniz-Instituts für Länderkunde (IfL) auf der Grundlage von Statistiken, die Experten des Niedersächsischen Landesgesundheitsamtes in Hannover anlässlich des Welttuberkulosetages am 24. März ausgewertet haben. Wie die Geografen Martina und Holger Scharlach im jüngsten Beitrag des IfL-Webangebots „Nationalatlas aktuell“ berichten, ist in Deutschland das Risiko, an Tuberkulose (TB) zu erkranken, in den Städten um den Faktor 1,7 höher als in den dünn besiedelten ländlichen Räumen. Mit 418 Erkrankungen wurden 2017 in Berlin die meisten neuen TB-Fälle registriert, gefolgt von Hamburg (234), München (123), Köln (105) und Frankfurt am Main (99). Am stärksten von Tuberkulose betroffen sind junge Erwachsene mit ausländischer Staatsangehörigkeit, besonders Migranten und Asylsuchende. Die Mehrzahl der 2015 und 2016 in Deutschland gemeldeten Neuerkrankungen wurde bei Untersuchungen in Erstaufnahmeeinrichtungen festgestellt. Die Migranten haben sich oft bereits in ihrem Heimatland infiziert. Häufig bricht die Krankheit erst später unter den schwierigen Lebensumständen auf der Flucht und während der unsicheren Lebenssituation in den Ankunftsländern aus. In der Gruppe der deutschen Staatsangehörigen erkranken Alkohol- und Drogenabhängige sowie sozial benachteiligte und ältere Menschen häufiger an TB als Personen mit intaktem Immunsystem, so die Experten des Niedersächsischen Landesgesundheitsamtes. Insgesamt ist die Erkrankung in Deutschland dank guter Versorgung und Hygiene selten geworden und spielt als Todesursache eine untergeordnete Rolle. 2017 erkrankten je 100.000 Einwohner 6,7 Personen neu an Tuberkulose. Als Folge der weltweiten Zunahme von Migrationsbewegungen sind in Deutschland die Zahlen 2015 und 2016 nach längeren Jahren der Stagnation erstmals wieder gestiegen.
Mehr erfahren zu: "Hantaviren: Wissenschaftler entschlüsseln, wie tödliche Andes-Variante an menschliche Zellen andockt" Hantaviren: Wissenschaftler entschlüsseln, wie tödliche Andes-Variante an menschliche Zellen andockt Eine Entdeckung von Wissenschaftlern aus den USA und Frankreich könnte bei der Entwicklung von Therapie gegen das Andes-Virus und andere Hantaviren helfen.
Mehr erfahren zu: "Kombinierte Immuntherapie verlängert das Überleben beim Kleinzelligen Lungenkarzinom" Kombinierte Immuntherapie verlängert das Überleben beim Kleinzelligen Lungenkarzinom Die Kombination aus Tarlatamab und Durvalumab verlängerte in der Phase-III-Studie DeLLphi-305 das mediane Gesamtüberleben von Patientinnen und Patienten mit Kleinzelligem Lungenkarzinom im fortgeschrittenen Stadium um mehr als acht Monate. Die […]
Mehr erfahren zu: "Das „Durchschnitts-Genom“ und seine Bedeutung für die genetische Diagnostik" Das „Durchschnitts-Genom“ und seine Bedeutung für die genetische Diagnostik Britische Forschende haben das „durchschnittliche“ menschliche Genom charakterisiert. Ihre Studie liefert wichtige Erkenntnisse zur normalen genetischen Variabilität und unterstreicht die Bedeutung des klinischen Kontexts für die Interpretation genetischer Befunde.