Typ-2-Diabetes: Auswirkung einer Antidiabetika-Kombinationsbehandlung

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Eine bevölkerungsbasierte Kohortenstudie untersuchte die Auswirkung einer Kombinationsbehandlung mit Glucagon-like Peptide-1-Rezeptor-Agonisten (GLP1-RA) und Natrium-Glucose-Cotransporter-2-Inhibitoren (SGLT2i).

Für die Studie wurden 2 Kohorten gebildet: Die 1. Kohorte umfasste 6696 Patienten, die mit GLP1-RA begannen und zusätzlich SGLT2i einnahmen, die 2. Kohorte bestand aus 8942 Patienten, die mit SGLT2i begannen und zusätzlich GLP1-RA einnahmen. Die Kombinationspräparate wurden im Verhältnis 1:1 mit Patienten verglichen, die das gleiche Grundmedikament, die gleiche Dauer der Grundmedikation und den gleichen zeitlichen Propensity-Score erhielten.

Die Forschenden schätzten die HR und das 95%-KI für schwerwiegende unerwünschte kardiovaskuläre Ereignisse und Nierenereignisse, wobei die Kombination aus GLP1-RA und SGLT2i mit dem Hintergrundmedikament, je nach Kohorte entweder mit GLP1-RA oder SGLT2i, verglichen wurde. Sekundäre Ergebnisse waren Assoziationen mit einzelnen Komponenten schwerer kardiovaskulärer Ereignisse, Herzinsuffizienz und Mortalität aufgrund aller Ursachen.

Im Vergleich zu GLP1-RA war die Kombination aus SGLT2i und GLP1-RA mit einem um 30% geringeren Risiko für schwerwiegende kardiovaskuläre Ereignisse (7,0 vs. 10,3/1000 Personenjahre [PJ]; HR 0,70; 95%-KI 0,49–0,99) und einem um 57% geringeren Risiko für schwerwiegende renale Ereignisse (2,0 vs. 4,6/1000 PJ; HR 0,43; 95%-KI 0,23–0,80) assoziiert.

Die Kombination aus GLP1-RA und SGLT2i korrelierte vs. SGLT2i alleine mit einem um 29% geringeren Risiko für schwere unerwünschte kardiovaskuläre Ereignisse (7,6 vs. 10,7/1000 PJ; HR 0,71; 95%-KI 0,52–0,98), dagegen wiesen schwere Nierenereignisse ein breites KI auf (1,4 vs. 2,0/1000 PJ; HR 0,67; 95%-KI 0,32–1,41). Bei den sekundären Endpunkten wurden ähnliche Ergebnisse erzielt, allerdings mit deutlich größeren KI.

Fazit
Bei Patienten mit Typ-2-Diabetes ergibt die kombinierte Anwendung von Glucagon-like-Peptide-1-Rezeptor-Agonisten und Natrium-Glukose-Cotransporter-2-Inhibitoren ein geringeres Risiko für schwerwiegende unerwünschte kardiovaskuläre Ereignisse und Nierenereignisse als unter einer der beiden Arzneimittelklassen allein. (bi)

Autoren: Simms-Williams N et al.
Korrespondenz: Laurent Azoulay; [email protected]
Studie: Effect of combination treatment with glucagon-like peptide-1 receptor agonists and sodium-glucose cotransporter-2 inhibitors on incidence of cardiovascular and serious renal events: population based cohort study
Quelle: BMJ 2024:385:e078242.
Web: https://doi.org/10.1136/bmj-2023-078242