Typ-2-Diabetes: Das kosten die Folgeerkrankungen5. Februar 2018 Eine aktuelle Studie zeigt auf, welche Gesundheitskosten durch Typ-2-Diabetes verursachte Folgeerkrankungen wie diabetische Retinopathie entstehen. Illustration: © by-studio – Fotolia.com Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Helmholtz Zentrums München haben die Krankenkassen-Daten von über 300.000 Menschen mit Diabetes untersucht. Im Fachjournal “Diabetes Care” schlüsseln sie auf, welche Kosten die verschiedenen Folgeerkrankungen verursachen. Schätzungen zufolge sind rund sieben Millionen Menschen in Deutschland von Typ-2-Diabetes betroffen. Bereits im frühen Stadium können Schäden an Gefäßen und anderen Organen beginnen. Dazu zählen beispielsweise Augenleiden, die bis zur Erblindung führen können, Nierenschäden, die ein Nierenversagen zur Folge haben können, Fußbeschwerden, die eine Amputation erfordern können oder schwere Herz- und Kreislauferkrankungen wie ein Herzinfarkt oder chronische Herzschwäche. „Wir wollten wissen, wie hoch die dadurch entstehenden Kosten sind, die von den Krankenkassen und somit von der Gesellschaft getragen werden“, beschreibt Erstautorin Katharina Kähm den Ansatz der Studie. Die Doktorandin und ihre Kollegen vom Institut für Gesundheitsökonomie und Management im Gesundheitswesen (IGM) am Helmholtz Zentrum München untersuchten dazu Daten von 316.220 Menschen mit Typ-2-Diabetes aus den Jahren 2012 bis 2015. Hohe Gesundheitskosten durch Komplikationen bei Typ-2-Diabetes Anhand dieser Datengrundlage konnten die Forscher die Kosten der Folgeerkrankungen detailliert ermitteln. Typ-2-Diabetes macht sich in der Mehrzahl erst im höheren Alter bemerkbar. Entsprechend stellen die Autoren eine Beispielrechnung auf, die von einem Mann zwischen 60 und 69 Jahren ausgeht. Allein in dem Quartal, in dem die entsprechende Folgeerkrankung eintritt, verursacht das in dem Fall • bei einem Augenleiden (Retinopathie) rund 700 Euro • bei Erblinden etwa 3000 Euro • bei Nierenschäden rund 3400 Euro • bei (dialysepflichtigem) Nierenversagen rund 23.000 Euro • bei einem Diabetischen Fuß rund 1300 Euro • bei einer Amputation über 14.000 Euro Auch in den Quartalen nach erstmaligem Eintritt dieser Folgeerkrankungen bleiben die Kosten der Studie zufolge erhöht. Die Studie ist den Autoren zufolge die erste in einer derartigen Größe und in diesem Detaillierungsgrad. Langfristig soll sie zur Verbesserung der Vorsorgeprogramme führen: „Die Ergebnisse zeigen klinischen und gesundheitspolitischen Entscheidungsträgern die erheblichen finanziellen Folgen von Diabetes-bedingten Komplikationen auf“, so Prof. Rolf Holle. „Die Studie kann also die Planungen und Priorisierung neuer Präventions- und Behandlungsprogramme im Management von Typ-2-Diabetes unterstützen.“ Künftig soll untersucht werden, welche ökonomischen Auswirkungen mehrere gleichzeitig bestehende Erkrankungen haben. Original-Publikation: Kähm K. et al. Health Care Costs Associated With Incident Complications in Patients With Type 2 Diabetes in Germany. Diabetes Care 2018, DOI: 10.2337/dc17-1763. Weiterführende Informationen zum Thema Folgeerkrankungen von Diabetes beim Diabetesinformationsdienst München http://www.diabetesinformationsdienst-muenchen.de/erkrankungsformen/folgeerkrankungen/index.htm Quelle: Helmholtz Zentrum München – Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt
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