Typ-2-Diabetes: GRADE-Studie vergleicht gängige Antidiabetika15. Februar 2023 © Africa Studio – stock.adobe.com (Symbolbild) Die GRADE-Study-Research-Group untersuchte die vergleichende Wirksamkeit von 4 gebräuchlichen Blutzuckersenkern (Insulin Glargin U-100 [Glargin], Glimepirid, Liraglutid und Sitagliptin), die zusätzlich zu Metformin eingesetzt werden, um bei Teilnehmern mit Typ-2-Diabetes (T2D) einen HbA1c-Wert <7,0% zu erreichen und zu halten. Zu den sekundären Endpunkten gehörten Bluthochdruck und Dyslipidämie, mäßig oder stark erhöhte Albuminurie oder eine geschätzte glomeruläre Filtrationsrate <60 ml/min/1,73 m2 Körperoberfläche, diabetische periphere Neuropathie, kardiovaskuläre Ereignisse sowie der Tod. Während eines medianen Follow-ups von 5,0 Jahren der 5047 Teilnehmer gab es keine wesentlichen Unterschiede zwischen den Interventionen in Bezug auf die Entwicklung von Bluthochdruck oder Dyslipidämie oder in Bezug auf mikrovaskuläre Endpunkte. Die mittlere Gesamtrate (Ereignisse pro 100 Teilnehmerjahre) bei mäßig erhöhten Albuminurie-Werten betrug 2,6, bei stark erhöhten Albuminurie-Werten 1,1, bei Nierenfunktionsstörungen 2,9 und bei Diabetischer peripherer Neuropathie 16,7. Die Behandlungsgruppen unterschieden sich nicht hinsichtlich schwerwiegender unerwünschter kardiovaskulärer Ereignisse (MACE, Rate 1,0), Krankenhausaufenthalten wegen Herzinsuffizienz (Rate 0,4), Tod durch kardiovaskuläre Ursachen (Rate 0,3) oder alle Todesfälle (Rate 0,6). Im Hinblick auf die Raten jeglicher kardiovaskulärer Erkrankungen gab es zudem nur geringe Unterschiede: 1,9, 1,9, 1,4 bzw. 2,0 in der Glargin-, Glimepirid-, Liraglutid- und Sitagliptin-Gruppe. Beim Vergleich einer Behandlung mit den kombinierten Ergebnissen der anderen 3 Behandlungen lagen die HR für jegliche kardiovaskuläre Erkrankung bei 1,1 (95%-KI 0,9–1,3) in der Glargin-Gruppe, bei 1,1 (95%-KI 0,9–1,4) in der Glimepirid-Gruppe, bei 0,7 (95%-KI 0,6–0,9) in der Liraglutid-Gruppe und bei 1,2 (95%-KI 1,0–1,5) in der Sitagliptin-Gruppe. Fazit Die Häufigkeit von mikrovaskulären Komplikationen und Todesfällen in den 4 verschiedenen Behandlungsgruppen unterschied sich nicht wesentlich. Die Resultate deuten aber auf mögliche Unterschiede zwischen den Gruppen hinsichtlich des Auftretens von Herz-Kreislauf-Erkrankungen hin. (bi) Autoren: GRADE Study Research Group Korrespondenz: John M Lachin; [email protected] Studie: Glycemia Reduction in Type 2 Diabetes — Microvascular and Cardiovascular Outcomes Quelle: N Engl J Med 2022;387(12):1075–1088. Web: https://doi.org/10.1056/NEJMoa2200436
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